Michaël Torfs

Hitzewelle: Zu ergreifende Maßnahmen von Seiten des Arbeitgebers, aber auch Appell an gesunden Menschenverstand

Diese Woche werden wir ganz schön keuchen und schwitzen mit tropischen Temperaturen weit über 30 Grad. An diesem Montag wurde zum ersten Mal in diesem Jahr die Grenze von 30 Grad überschritten. Viele Unternehmen, Organisationen und Veranstalter ergreifen Maßnahmen gegen die Hitze.

Arbeitsminister Kris Peeters erinnerte an diesem Montag an die Maßnahmen, die der Arbeitgeber bei starker Hitze zu ergreifen hat. Diese variierten je nach Temperatur und der zu bewältigenden Arbeitsbelastung. Über die Einhaltung der Regeln hinaus appellierte Peeters an den "gesunden Menschenverstand".

"Das Gesetz sieht vor, dass der Arbeitgeber bei einer bestimmten Temperatur bestimmte Präventionsmaßnahmen ergreifen muss. Doch ich appelliere auch an den gesunden Menschenverstand aller. Zusätzlich zu den technischen Maßnahmen wie Klimaanlage und Sonnenschutz kann es auch regelmäßige Pausen, Sonnencreme, kalte Getränke und die Anpassung der Arbeit an solche Umstände beinhalten", sagte Peeters in einer Erklärung.

Der Referenzindex ist die Temperatur des Feuchtraumthermometers (WBGT), das die Messung von Wärme und Feuchtigkeit kombiniert. Dabei werden ein Thermometer und ein Hygrometer verwendet. Die beiden Maßnahmen müssen dann anhand einer Umrechnungstabelle verknüpft werden, deren Modell auf der Website des Arbeitsministeriums zu finden ist.

Bei über 29 auf dem WBGT-Index müssen Maßnahmen für Personen mit einer so genannten leichten körperlichen Arbeitsbelastung, wie z.B. Büroarbeit, ergriffen werden. Bei über 26 richten sich die Maßnahmen an Personen mit einer sogenannten halbschweren körperlichen Arbeisbelastung. Ab 22 auf dem WBGT-Index richten sich die Maßnahmen an Personen mit einer so genannten schweren körperlichen Belastung. Ab 18 auf dem WBGT-Index richten sich die Maßnahmen an Menschen, deren körperliche Arbeitsbelastung als sehr hoch einzustufen ist.

Zu den Maßnahmen gehören: Schutz der Arbeitnehmer vor Sonnenlicht oder übermäßiger Hitze (Rollläden, Klimaanlagen, Lüftung usw.), Verringerung der Sonneneinstrahlung (Arbeiten im Schatten), Änderung der Arbeitszeiten und -organisation (z. B. früherer Beginn oder häufigere Pausen), Schutz (z. B. Schutzkleidung, Sonnenschutz usw.) und geeignete Getränke.

Der Arbeitgeber muss die Risiken mit dem Arbeitsmediziner besprechen. Natürlich dürfe er nicht warten, bis die Indexgrenzen überschritten seien, bevor er handele, betonte der Minister auch noch.

Die Arbeitnehmer ihrerseits können sich ebenfalls an den Arbeitsmediziner oder den Ausschuss für Prävention und Schutz am Arbeitsplatz wenden.

Belgische Bahn und Infrabel besonders wachsam

Die belgische Ban NMBS und Infrabel, zuständig für die Verkehrs- und Schieneninfrastruktur, wollen während der ganzen Woche darauf achten, dass die Wärme berücksichtigt wird. Die NMBS werde daher verstärkt auf die Klimatisierung von Zügen und auf hochtemperaturempfindliche elektronische Geräte achten, sagte ein Unternehmenssprecher.

Diese besondere Aufmerksamkeit erfordere kein zusätzliches Personal, da das Unternehmen immer über Teams verfüge, die im Falle eines Vorfalls einsatzbereit seien.

Bei Infrabel, dem Betreiber der Schieneninfrastruktur, wurde der Sommerplan aktiviert, so der Sprecher Frédéric Petit an diesem Montag.

Dreimal täglich sendet die Verkehrsleitzentrale einen Wetterbericht an die Außendienstmitarbeiter, damit geeignete Maßnahmen ergriffen werden können. Darüber hinaus werden zusätzliche Prüfungen im Netzwerk durchgeführt. Mobile Einsatzteams, die in der Regel für Wartungsarbeiten beansprucht werden, sind bei Vorfällen oder Störungen vor Ort einsatzbereit.