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Mehr Klagen bei Zentrum für Chancengleichheit, gleichzeitig könnten Rechtsextreme dort einen Sitz einnehmen

Im vergangenen Jahr erhielt das Zentrum für Chancengleichheit Unia erneut mehr Beschwerden über Diskriminierung, Hassbotschaften und Hassverbrechen. Fast 7.500 Meldungen gingen ein, das sind über 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Tatsache, dass es mehr Beschwerden gibt, ist zum Teil auf das größere Bewusstsein von Unia zurückzuführen, sagt Bram Sebrechts, der Pressesprecher bei Unia. „Wir haben erneut eine Zunahme registriert“, so Sebrechts. Auffallend sei, dass besonders viele Berichte über Diskriminierung insbesondere aufgrund von Behinderungen oder Gesundheitsproblemen eingingen.

So handelte beispielsweise fast 24% der von Unia angelegten Akten von einer Behinderung. Das waren etwa die Hälfte mehr als vor fünf Jahren. Auch das lasse sich logisch erklären, betont Sebrechts: "Auf der einen Seite gibt es mehr Aufmerksamkeit für solche Themen. Auf der anderen Seite findet auch mehr Rechtsprechung statt: Menschen, die aufgrund von Gesundheit oder Behinderung diskriminiert werden, sind sich ihrer Rechte bewusst."

Daneben gingen auch immer noch viele Berichte über Diskriminierung aufgrund von Migrationshintergründen ein. Es sei jedoch schwierig zu sagen, ob Diskriminierung tatsächlich spürbar zunehme. "Durch Sensibilisierungsmaßnahmen und Informationskampagnen hat Unia an Bekanntheit gewonnen, deshalb können uns die Leute schneller erreichen", so Sebrechts im VRT-Radio am Morgen.

Vlaams Belang bald im Verwaltungsrat von Unia?

In der Zwischenzeit könnte der rechtsextremen Partei Vlaams Belang ein Sitz im Verwaltungsrat des Zentrums für Chancengleichheit Unia eingeräumt werden. Das schreibt die Zeitung De Morgen.

Bald werden die Fraktionsvorsitzenden des flämischen Parlaments über die Zusammensetzung dieses Rates diskutieren. Dank seiner guten Wahlergebnisse hat der Vlaams Belang die Aussicht auf einen Sitz. Der Vlaams Belang ist ein großer Kritiker von Unia. Die Partei will die Organisation abschaffen.

Els Keytsman, Sprecherin von Unia, sagt, dass der Vorstand aus 21 Sitzen bestehe und der Vlaams Belang nur einen von ihnen bekommen könne. „Die Person muss über mehrere Fälle mitentscheiden. Hier könnte die Partei zeigen, dass die Klischees über den Vlaams Belang nicht unbedingt stimmen.“

„Auf der anderen Seite sind wir eine Einrichtung für Menschenrechte und ich stelle mir die Frage, was das auf internationaler Ebene für ein Zeichen ist, wenn bekannt wird, dass eine rechtsextreme Person vom Parlament in den Verwaltungsrat ernannt wird.“

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