Belgien: Es lag zu keiner Zeit ein Versorgungsrisiko mit Elektrizität vor

Im vergangenen Winter war zeitweise in unserem Land nur einer von insgesamt sieben Kernreaktoren am Netz und eine strategische Stromreserve war zu dieser Zeit nicht vorhanden. Trotzdem habe zu keiner Zeit ein echtes Risiko auf Elektrizitätsengpässe vorgelegen, lässt der Energieregulator der belgischen Bundesbehörden, CREG, jetzt wissen.

Im vergangenen Winter herrschte in Belgien eine regelrechte Panik. Durch die Tatsache, dass zeitweise sechs der sieben Kernreaktoren in den belgischen Atomkraftwerken durch Pannen, Schäden und Unterhaltsarbeiten gleichzeitig vom Netz genommen werden mussten, wurden akute Engpässe befürchtet. Regionale und lokale Abschaltpläne wurden aufgestellt und der Vorwurf wurde laut, dass ohne Atomkraft wohl bald die Lichter ausgehen.

Doch nach Ansicht von Energieregulator CREG war diese Panik unbegründet: „Letztendlich lag ein Engpass a posteriori nicht vor.“ Dies ist aus einer Analyse des Marktes, die die staatliche Energiebehörde aufgrund dieser Umstände durchführen ließ.

Die notwendige Elektrizität, die die Kernkraftwerke zu dieser Zeit nicht produzieren konnten, kam aus anderen Produktionskapazitäten am belgischen Binnenmarkt und durch die internationale Vernetzung in Zentral- und Westeuropa, so GREG. So wurden stillgelegte und abgeschaltete Gaskraftwerke kurzfristig wieder hochgefahren und den „Inter-Konnektionen“ mit dem Ausland kam eine Schlüsselrolle in der Stromversorgung in Belgien zu.

Allerdings verlief die Lage damals nicht gänzlich ohne Spannungen (im wahrsten Sinne des Wortes), denn während sechs spezifischen Tagen schnellten die Großhandelspreise am internationalen Markt reichlich in die Höhe und zwar bis auf 300 € pro Megawattstunde (MWh).

Dies hatte (und hat) allerdings negative Folgen für die Verbraucher. Laut CREG kann dies sich z.B. für Privathaushalte mit festen Stromvertrag auf die Jahresrechnung auswirken. Hier ist eine durchschnittliche Preiserhöhung um bis zu 91 € durchaus möglich - spezifisch für den Zeitraum 4. Quartal 2018 und 1. Quartal 2019.