Einführung von Speicheltests gegen Drogen in der Schule

Die fünf Sekundarschulen in Brasschaat (Provinz Antwerpen) werden im nächsten Schuljahr Speicheltests einführen. Damit wollen sie den Drogenkonsum bei Schülern überprüfen. Das schreibt die Zeitung Gazet van Antwerpen und ist der VRT bestätigt worden. "Wir wissen, dass in unseren Schulen Drogen zirkulieren und wollen nicht einfach nur zusehen", sagte Brasschaats Stadtbeirätin für das Bildungswesen, Inez Ven (N-VA), gegenüber dem VRT-Radio,  Radio 2 Antwerpen.

"Gemeinsam mit den Schulen wollen wir ein Zeichen setzen und zeigen, dass wir mehr tun als nur zusehen. Wir haben verstanden, dass es ein Drogenproblem gibt", sagte die Stadtbeirätin für Bildung, Inez Ven (N-VA), in Radio an diesem Morgen. "Es gibt in Brasschaat Schulkinder, die Drogen konsumieren, aber die Lehrer können das nicht alleine lösen. Die Schulen haben uns, den Stadtrat, um Hilfe gebeten. Nach Rücksprache mit den fünf Direktoren haben wir beschlossen, dass wir am 1. September mit den Speicheltests beginnen", sagte Inez Ven. Zu den Schulen, die die Tests einführen wollen, gehören das Sint-Michielscollege, das Königliche Technische Atheneum, das Gemeindeinstitut Brasschaat, Mater Dei und das Gymnasium von Brasschaat.

Keine Verpflichtung zum Test

"Es ist nicht die Absicht, dass jeder Schüler jede Woche einem Speicheltest unterzogen wird", erklärte Inez Ven auch noch. "Es ist ein Hilfsmittel für Lehrer, wenn diese den Verdacht haben, dass ein Schüler Drogen genommen hat. Ein Speicheltest kann niemals unter Zwang durchgeführt werden. Der Schüler muss dem Test zustimmen und die Eltern müssen informiert werden." Wenn ein Schüler einen Speicheltest ablehnt, kann die Schule trotzdem die Polizei rufen.

Bürgermeister Jan Jambon (N-VA) weist darauf hin, dass der Speicheltest in erster Linie dazu gedacht ist, einen drogenabhängigen Schüler zu begleiten und zum Entzug zu bewegen. "Wir tun dies, um jungen Menschen, die auf dem Weg zur Drogenabhängigkeit sind, zu helfen, nicht, um sie in ein repressives System zu stecken und sie von der Schule zu werfen.“ Die Kritik auf diese Maßnahme, lasse Jambon, wie er selbst sagt, "eiskalt". Das System der Speicheltests wird evaluiert und bei Bedarf angepasst.

Gespräche sind wichtiger"

Die Direktionen, mit denen die VRT telefonieren konnte, hätten sich vom Durchsickern dieser Nachricht überrumpelt gefühlt. "Es ist wahr, dass die Eltern und Schüler es noch nicht wissen", so Inez Ven. "Die Schulen wollten dies zu Beginn des nächsten Schuljahres mitteilen. Die Nachricht über den Speicheltest ist bereits nach einer Frage beim letzten Stadtrat bekannt geworden." Die Brasschaater Stadträtin für das Bildungswesen rechne aber nicht mit Behinderung durch die Eltern. "Auch sie sind besorgt. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind Drogen nimmt, ist es nicht immer einfach, dies zu beweisen. Ein Test kann helfen."

Der Schuldachverband bedauert, dass der Fokus so stark auf Kontrolle und Bestrafung liege. "Wenn ein Lehrer der Meinung ist, dass ein Schüler Probleme mit Drogen hat, sollte ein Gespräch folgen", so der Vorsitzende Johan Xhonneux. "Besprechen Sie die Anliegen mit dem Schüler, sehen Sie, wie die Schule Hilfe anbieten kann und welche Hilfe benötigt wird! Wenn Schulen ständig mit der Beweisaufnahme beginnen und die Lehrer selbst Polizei spielen, indem sie Speicheltests abnehmen, wird das die Atmosphäre in der Schule leider nicht wirklich verbessern.“