Drei Jahre nach den Anschlägen auf Brüssel sind die Ermittlungen abgeschlossen

Knapp drei Jahre und drei Monate nach den Anschlägen vom 22. März 2016 auf den Flughafen von Zaventem und auf die Metrostation Maalbeek (Foto) im Brüsseler Regierungsviertel sind die Ermittlungen abgeschlossen. Jetzt können die belgische Staatsanwaltschaft und die betroffenen Parteien nach Einsicht in die Aktenlage zusätzliche Untersuchungen verlangen. Wann es danach zu einem Prozess kommen wird, ist demnach noch nicht wirklich abzusehen.

Bei den islamistischen Terroranschlägen auf den Nationalflughafen von Zaventem und die Brüsseler U-Bahn-Station Maalbeek kamen am 22. März 2016 32 Menschen ums Leben. 340 Personen wurden zum Teil schwerstens verletzt. Jetzt konnten die Ermittlungen dazu abgeschlossen werden. Die zuständigen Ermittlungsrichter gaben die Akte am Donnerstagabend an Generalstaatsanwalt Frédéric Van Leeuw ab.

Jetzt muss die belgische Bundesstaatsanwaltschaft ihre Schuldforderungen formulieren, sprich definieren, wer von den Verdächtigen vor einem Schwurgericht erscheinen muss. Bisher gelten 13 Personen in diesem besonderen Fall als verdächtig, doch diese Zahl kann sich noch ändern.

Wann allerdings ein solches Schwurgerichtsverfahren stattfinden kann, ist derzeit noch überhaupt nicht festzulegen. Zum einen kann die Staatsanwaltschaft zusätzlich punktuelle Untersuchungen verlangen, um das eine oder andere zu verdeutlichen. Zum anderen haben auch die rund 800 betroffenen Parteien und die Verteidigung Recht auf Einsicht in die Akten und gegebenenfalls auch auf zusätzliche Ermittlungen. 

Dies ist ein erster Schritt in Richtung eines Prozesses.“

Eric Van der Sypt, Bundesstaatsanwaltschaft

Eric Van der Sypt, der Sprecher der Bundesstaatsanwaltschaft, sagte, dass es wohl noch lange dauern werde, bevor ein Prozess beginnen könne: „Wir wollen natürlich, dass es schnell zu einem Prozess kommt, doch die notwendigen Prozeduren müssen durchlaufen und eingehalten werden.“

Inzwischen sind alle betroffenen Parteien davon unterrichtet worden, dass die Ermittlungen nach den Anschlägen abgeschlossen sind und dass sie jetzt Einsicht haben: „Dies ist ein erster Schritt in Richtung eines Prozesses.“

Das bedeutet, dass jetzt Zeit für die Einsicht in die Ermittlungsakten gewährt wird und dass die eventuellen zusätzlichen Untersuchungen verrichtet werden. Und, die Justiz muss einen geeigneten Ort finden und einrichten, in dem ein solcher Mammutprozess überhaupt stattfinden kann. Neben einer gewissen Kapazität ist hier natürlich auch ein entsprechender Sicherheitsstandard gefordert. Möglicherweise kann der Prozess irgendwann im kommenden Ja hr beginnen. Er wird wohl mindestens ein halbes Jahr dauern, wie die belgische Justiz erwartet.