150 Verkehrspolizisten müssen die Holocaust-Gedenkstätte besuchen

150 Beamte der Verkehrspolizei der Einheit Reyers für Brüssel und Flämisch-Brabant sind von der Leitung der belgischen Bundespolizei zu einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte in der Kaserne Dossin in Mechelen (Prov. Antwerpen) verpflichtet worden. Grund für diese Maßnahme waren Rassismus-Vorwürfe gegen Polizisten.

Ein Beamter der Einheit Reyers hatte sich bei seinen Vorgesetzten beschwert, dass er von mindestens einem Kollegen rassistische Bemerkungen bekam. Dieser Fall wurde allerdings aus Mangel an Beweisen zu den Akten gelegt. Trotzdem wurde der Verkehrspolizist zu einer anderen Dienststelle versetzt.

Durch diesen Vorfall alarmiert, bat die Leitung der Bundespolizei den Chef der Verkehrspolizei um einen Aktionsplan gegen Rassismus und für Diversität am Arbeitsplatz in den Reihen der Verkehrspolizisten. Dieser entschied sich dabei für einen verpflichteten Besuch in der Kaserne Dossin, bei dem es zusätzlich zum Rundgang auch zu einem entsprechenden Lehrgang vor Ort kommen wird.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Die Kaserne Dossin in Mechelen (Foto) war während des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besetzung eine KZ-Sammelstelle, von der aus rund 25.000 Juden und andere Menschen (z.b. Sinti und Roma, Homosexuelle, Kommunisten) in die Vernichtungslager der Nazis in Osteuropa deportiert wurden. Heute befinden sich dort ein Holocaust-Museum, eine Gedenkstätte und ein Mahnmal.

Nicht wenige der angesprochenen Polizeibeamten halten diesen Vorgang offenbar für unpassend und sind der Ansicht, dass nur die betroffenen Kollegen „bestraft“ werden müssen und nicht alle Kollegen. Doch die Führung der Verkehrspolizei in Flämisch-Brabant hält an ihrem Vorhaben fest, alle Mitglieder der Einheit zur Kaserne Dossin zu schicken.