VestiVille: Abgesagtes Hip Hop-Festival - Veranstalter verhaftet

Am Freitag standen rund 1.500 Musikfans vor dem Eingang des Urban Music-Festivals VestiVille in Lommel in der flämischen Provinz Limburg, als ihnen am Nachmittag mitgeteilt wurde, dass die Veranstaltung abgesagt werden muss. Lommels Bürgermeister hatte den Stecker aus dem Festival gezogen, da die Infrastruktur der Veranstaltung eklatante Sicherheitsmängel aufwies. Nicht zuletzt sagte Top-Act ASAP Rocky seinen Auftritt aus den gleichen Gründen ab. In der Nacht zum Samstag sind die Veranstalter von VestiVille festgenommen worden. 

VestiVille sollte nach Angaben eines Vertreters der Veranstalter in den kommenden Jahren „zum größten Urban Music-Festival Europas“ werden und man wollte 135.000 Zuschauer erreichen. Für die Erstausgabe an diesem Wochenende sollen aber nur etwa 35.000 Tickets abgesetzt worden sein. Von Anfang an stand die Veranstaltung unter keinem guten Stern. Zunächst begann der Ticketvorverkauf zu einem Zeitpunkt, an dem weder ein Veranstaltungsgelände bestand, noch eine Genehmigung der Gemeinde Lommel.

Im Vorfeld des Festivals dann im Laufe dieser Woche mussten sich die Veranstalter wiederholt Kritik von Seiten der Gemeindeverwaltung und der Behörden anhören, da gegen gleich mehrere Sicherheitsvorschriften verstoßen wurde, was sowohl für die Künstler auf der Bühne, als auch für das Publikum Risiken dargestellt hatte. Bis zu dem Augenblick, zudem eigentlich das Festival eröffnet werden sollte, waren diese Probleme noch nicht gelöst und auf dem gesamten Gelände stand noch Baumaterial herum.

Aufgebrachte Besucher - Randale vermieden

Daraufhin untersagte Lommels Bürgermeister Bob Nijs (CD&V) das Festival. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits hunderte Fans auf dem Campingplatz des Festivals ausgebreitet und etwa 1.500 von ihnen standen am Einlass. Sie reagierten zunächst aufgebracht auf die späte Nachricht der Absage und die Polizei musste einschreiten, um die Lage zu beruhigen. Dann folgte per soziale Medien die Auftrittsabsage von ASAP Rocky. Jetzt war allen klar, dass VestiVille ein, geplatzter Traum ist.

Eigentlich sollten dort Urban Music- und Hip Hop-Stars, wie Jason Derulo auftreten und auch Cardi B und Future. Ein Tagesticket kostete rund 78 € und ein Weekend-Ticket rund 202 €. VestiVille gab an, die Tickets „in Absprache mit allen Partnern“ erstatten zu wollen. Die belgische Verbraucherschutzorganisation Test Aankoop/Test Achats rät den Ticketbesitzern, diese auch tatsächlich beim Veranstalter erstatten zu lassen und sei es mit ihrer Hilfe.

Krimineller Hintergrund? 

Am Samstagvormittag wurde bekannt, dass die Kriminalpolizei die drei Personen, die hinter dem geplatzten Event standen, verhaftet hatte. Dabei handelt es sich um die niederländischen Geschwister Ravuth und Aymira Ty sowie im den britischen Geschäftsmann Nick Chawda aus London.

Der Vorwurf lautet auf „mutmaßlichen Betrugsversuch“ und auf „mutmaßlich gefälschte oder falsche Rechnungen“, wie die Redaktion von VRT NWS in Erfahrung bringen konnte. Die drei Festgenommenen werden von Beamten der Soko Geldwäsche der belgischen Bundespolizei verhört, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Lommel dazu angab. 

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