Lebensmittelbehörde: Mehr Kontrollen mit positiveren Resultaten

Die belgische Bundesagentur für Lebensmittelsicherheit (FAVV) teilt in ihrem Jahresbericht 2018 mit, dass die Resultate ihrer verstärkten Kontrollen im fleischverarbeitenden Sektor positive Resultate erhaben. Auch in anderen Bereichen habe man weniger Mängel festgestellt. Doch die Zahl der Rückrufaktionen wegen Problemen bei bestimmten Lebensmittelprodukten sei im vergangenen Jahr in Belgien gestiegen, so der Bericht.

Nach dem Lebensmittel- und Betrugsskandal um das fleischverarbeitende Unternehmen Veviba im März 2018 forderte die belgische Regierung von der FAVV mehr Kontrollen in diesem Sektor. Schon im April 2018 wurde die Zahl der entsprechenden Kontrollen stark verstärkt. Ziel davon war, Betrug im Fleischsektor zu bekämpfen.

Insgesamt fanden 2018 genau 2.128 wiederholte Kontrollen statt. Dabei wurden 244 Verfahren eingeleitet, in 40 Fällen wurde Fleisch beschlagnahmt und 5 Verfahren wurden in die Wege geleitet, um Unternehmen die Betriebsgenehmigung zu entziehen. In einer ersten Kontrollrunde durch die Schlachthöfe ergaben 32 % der Untersuchungen negative Resultate. Bei Nachkontrollen, die bei allen überprüften Unternehmen durchgeführt wurden, waren nur noch 9 % der Firmen nicht in Ordnung.

Ein ähnliches Bild ergaben Kontrollen der FAVV in fleischverarbeitenden Betrieben (von 27 auf 10 %) und in Kühlhäusern (von 24 auf 6%). Spezifisch richteten sich auch FAVV-Überprüfungen auf die Rückverfolgbarkeit, bzw. die Herkunft von Fleisch sowie auf die Einhaltung der Temperaturnormen bei der Verarbeitung, der Lagerung und beim Transport von Fleisch.

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Weitere Ergebnisse aus dem FAVV-Rapport 2018

Im vergangenen Jahr hatte die Lebensmittelbehörde festgestellt, dass Groß- und Einzelhandel, sowie die Lebensmittelindustrie deutlich mehr Produkte nach Problemen mit z.B. Fehlern, mangelnder Sorgfalt, Bakterien oder anderem aus den Regalen nehmen ließen, als im Jahr davor. 2017 wurden belgienweit Rückrufaktionen in 67 Fällen eingeleitet und 2018 stieg diese Zahl auf 194 Rückrufe.

Die FAVV, die sich um die Sicherheit und die Hygiene in der gesamten Lebensmittelkette in Belgien kümmert, stellte in eigenen Umfragen fest, dass sie selbst bei vielen Verbrauchern und auch bei Einzelhändlern zu wenig bekannt ist. Kaum jemand wisse, dass alle Befunde der Behörde online zu konsultieren seien, so der Jahresbericht 2018. Hier gibt die Agentur zu, dass Nachholbedarf in der Kommunikation vorliegt. Und doch erreichen die FAVV bis zu 16 Klagen von Konsumenten pro Arbeits- bzw. Wochentag.

Nachholbedarf liegt laut FAVV auch im Bereich der Erkennbarkeit von Allergenen auf den Verpackungen von Lebensmitteln vor. In zwei Bereichen hatte die FAVV übrigens nach umfassenden eigenen Kontrollen und Lebensmittelanalysen letztes Jahr keine Beanstandungen. Das war der Fall bei vegetarischen Streichpasten (Humus, Tapenade, Guacamole usw.) und bei Speiseeis. Hier wurden jeweils rund 110 Produkte eingehend auf Bakterien überprüft und labortechnisch analysiert - ohne negative Feststellungen!

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