Didier Gosuin: "Der Konföderalismus ist unabwendbar geworden"

Didier Gosuin, Brüssels scheidender regionaler Wirtschaftsminister und Mitglied der linksliberalen Brüsseler Partei Défi, äußerte sich in einem Interview kritisch über die 6. Staatsreform in Belgien und warnte gleichzeitig vor den Gefahren eines konföderalen Belgien. Diese Staatsform werde auf dem Rücken der Hauptstädter ausgetragen, wie Gosuin befürchtet.

„Wir sind auf dem Weg des Konföderalismus, der ein Weg zum Tribalismus ist mit einem flämischen Stamm, einem wallonischen Stamm und einen Brüsseler Stamm. Allerdings sehen einige diesen letzten Stamm lieber verschwinden.“, sagte Didier Gosuin Anfang der Woche gegenüber der Brüsseler Tageszeitung La Capitale.

Der Défi-Politiker geht davon aus, dass der Konföderalismus in Belgien unabwendbar ist: „Die Frage ist, ob dies ein Konföderalismus auf dem Rücken der Brüsseler wird oder mit Respekt vor dem Brüsseler.“ Gosuin sieht weder „im Süden des Landes, noch im Norden des Landes einen Willen, Brüssel strahlen zu lassen.“

In diesem Zusammenhang lässt der Défi-Politiker gegenüber La Capitale auch kein gutes Haar an der 6. belgischen Staatsreform: „Das war so dämlich, da findet man keine Worte für. Die Kinderzulage und die Altersversorgung in Seniorenheimen zu föderalisieren war absurd. Die Staatsreform hat für zusätzliche Unkosten geführt, für die Gemeinschaft, für den Bürger.

Didier Gosuin errechnete auch, was „die schlechte Führung unseres Landes“ kostet. Er geht von 2 % des gesamten belgischen Brutto-Inlandsprodukts aus, Finanzmittel, die dringend anderswo dringend gebraucht würden…