Sozialkonflikt bei Swissport: Störungen am Brussels Airport möglich

Die Gewerkschaften beim Gepäckabfertiger Swissport ab Dienstag am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem haben spontane Aktionen angekündigt. Sie protestieren damit gegen den akuten Personalmangel, der seit Monaten andauert. Lösungen, um den steigenden Personalbedarf in den Sommermonaten in den Griff zu bekommen, lassen bei Swissport noch stets auf sich warten. Reisende sollten sich auf Verspätungen und Probleme mit ihrem Gepäck vorbereiten.

Eine Gesprächsrunde zwischen den Gewerkschaften und der Direktion bei Swissair in Zaventem ist am Montag ergebnislos abgebrochen worden. Die Direktion konnte nach dem schon bedeutend arbeitsintensiveren ersten Urlaubswochenende keine konkreten Vorschläge auf den Verhandlungstisch bringen, wie das Problem gelöst werden könnte, teilte die Gewerkschaftsfront dazu mit: „Unsere Forderungen betreffen in erster Linie einen Personalmangel in allen Bereichen des Unternehmens.“

Die Arbeitnehmervertreter brachen die Verhandlungen am Montag ab, nach dem sich Swissport nicht wirklich als bereit erwies, das Problem zu lösen. Jetzt verlangen die Gewerkschaftler, dass ein Vermittler oder ein Schlichter angestellt wird, um den Sozialkonflikt am Standort Zaventem lösen zu können. Personalmangel ist bei Swissport am Brussels Airport seit Jahren ein stetig wiederkehrendes Problem.

Am späten Dienstagvormittag gab der neue Wirtschafts- und Arbeitsminister der scheidenden belgischen Bundesregierung, Wouter Beke (CD&V), bekannt, dass ein Sozialvermittler so schnell wie möglich mit dem Versuch beginnen werde, die zerstrittenen Verhandlungspartner zu versöhnen, um eine Lösung des Konflikts herbeizuführen.

Die Gewerkschaften führen an, dass dieser akute Personalmangel auf Dauer zu einem Sicherheitsproblem sowohl für die Flugreisenden, als auch für die Mitarbeiter von Swissport werden könne. Erste spontane „Dienst nach Vorschrift“-Aktionen fanden bereits am Dienstagmorgen zwischen 8 und 10 Uhr statt und brachten vereinzelt Verspätungen mit sich, allerdings hielten sich die Probleme in Grenzen.

Brussels Airlines, der größte Kunde von Swissport in Zaventem, stellte eigenen Mannschaften zusammen, um sich um das Gepäck der Reisenden zu kümmern, doch man könne nicht alles im vorgesehenen Zeitrahmen auffangen, hieß es bei der belgischen Fluggesellschaft dazu.