Nicolas Lambert

Tourstart in Brüssel: Hubschrauberkameras dürfen den Königspalast nicht filmen

Wenn am kommenden Samstag in Brüssel der Startschuss für die diesjährige Tour de France gegeben wird, sitzt wohl die halbe Nation vor dem Fernseher. Der Rest der Bevölkerung verfolgt die erste Etappe wohl vor Ort in und um Brüssel. Die TV-Zuschauer müssen aber auf bestimmte Motive verzichten. Die Hubschrauber, die mit ihren Live-Kameras den Rennverlauf übertragen, sind strengen Regeln unterworfen. Sie dürfen den Königspalast in Laken nicht ins Bild bringen, auch wenn sich das Etappenziel in unmittelbarer Nähe des Palastes befindet.

Das Ziel der ersten Etappe der Frankreichrundfahrt in Brüssel ist die Parklaan im Ortsteil Laken, quasi vor der Haustüre der königlichen Familie. Doch der Schutz des Privatlebens von König Philippe und seiner Familie ist gesetzlich festgelegt und die entsprechenden Regelungen sehen auch ein Flugverbot über dem royalen Gelände vor. Dieses Flugverbot ist allerdings für die Dauer der Zielankunft des Pelotons der Tour de France in Zusammenarbeit mit der belgischen Luftfahrtbehörde etwas gelockert worden.

Nur das Verbot, die unmittelbare Umgebung der bewohnten Gebäude - der Palast, in dem die königliche Familie lebt und die Belvédère-Villa, wo Ex-König Albert und seine Gemahlin wohnen - zu filmen, bleibt bestehen. Das bedeutet für die Kameraleute in den beiden Tour-Hubschraubern und auch für die Regisseure der TV-Liveübertragung einiges an Fingerspitzengefühl und eine schnelle Reaktion, um rasch andere Livebilder einzublenden, wenn man sich dem Palast nähert. 

Palast in Laken und Brussels Airport in Zaventem

Dabei hilft die Tatsache, dass stets aus vielen Kamerablockwinkeln gefilmt und übertragen wird. Das Flugverbot über den royalen Liegenschaften in Laken hat aber nicht nur mit dem Schutz des Privatlebens der königlichen Familie zu tun, sondern auch mit der Flugsicherung rund um den in der Nähe befindlichen belgischen Nationalflughafen Brussels Airport in Zaventem (Flämisch-Brabant).

Ein Pilot, der sich unvorbereitet mit seinem Flugzeug oder hier mit seinem Helikopter in eine der festgelegten Flugrouten der Start- oder Landebahnen von Zaventem und dem dort angeschlossenen Militärflughafen Melsbroek begibt, riskiert nicht weniger als den Verlust seiner Lizenz, wie die flämische Tageszeitung Nieuwsblad am Dienstag dazu schreibt. 

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