21 Belgier nehmen dieses Jahr an der Tour de France teil

Wenn „Le Grand Départ“ in Brüssel am Samstag die Tour de France auf den Weg bringt, dann sind 21 belgische Radprofis im Peloton mit dabei. So viele Belgier haben seit 25 Jahren nicht mehr an der Tour de France teilgenommen. Einige Neulinge sind dabei, aber auch einige erfahrene Profis. Ein Tour-Sieg ist vielleicht nicht zu erwarten, doch die eine oder andere Etappe, das eine oder andere Trikot und eine gute Platzierung im Gesamtklassement dürfen schon drin sein.

Mit 6 belgischen Fahrern geht die hiesige Radsportmannschaft Lotto Soudal an den Start. Lotto setzt meistens auf Fahrer aus dem eigenen Land. Mit Tiesj Benoot (Foto unten), der ein Höhentraining in Sierra Navada absolvierte und mit Jasper De Buyst sowie Tim Wellens setzt Lotto auf junge aber ambitionierte Fahrer und mit Thomas De Ghent, Jens Keukelaire und Maxime Montfort sind Fahrer dabei, die mit über 30 Jahren sehr erfahren sind. Benoot und Wellens gelten als Freibeuter. Sie dürfen versuchen, „zu machen, was zu machen ist“. Zudem ist Tiesj Benoot vielleicht derzeit der beste Bergfahrer in unserem Land.

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Tiesj Benoot VKA

Wanty-Gobert Cycling Team zieht mit vier Landsleuten in die Frankreichrundfahrt. Mit Aimé De Gendt, Xandro Meurisse und Kevin Van Melsen sind international eher unbekannte Fahrer dabei. Und nur der Angreifer Frederik Backaert hat erst zwei Frankreichrundfahrten auf dem Konto.

Die belgische Mannschaft Deceuninck-Quick Step hatte in diesem Jahr die Qual der Wahl und stellte nur zwei Fahrer aus dem eigenen Land auf: Yves Lampaert und Dries Deveneyns. Beide sind Helfer für Viviani, Asgreen, Alaphilippe oder Enric Mas. Teamchef Patrick Lefevere verzichtete überraschenderweise auf Philippe Gilbert.

Die niederländische Mannschaft Jumbo-Visma hat den frischgebackenen belgischen Zeitfahrmeister Wout van Aert (Foto unten) im Team und rechnet sich mit ihm Chancen auf den einen oder anderen Etappensieg aus. Ihm zur Seite steht Landsmann Laurens De Plus. Beide stehen zum ersten Mal im Aufgebot und können auch ihrem deutschen Mannschaftskollegen Tony Martin aktiv helfen, der zum 10. Mal hier an den Start geht. Aktive und gute Helfer brauchen bei Jumbo-Visma auch der Niederländer Dylan Groenewegen im Sprint und dessen Landsmann Steven Kruiswijk in den Bergen.

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Wout van Aert

Das polnische CCC-Team rechnet mit den beiden sehr erfahrenen belgischen Spitzenfahrern Greg Van Avermaet und Serge Pauwels. CCC geht zum ersten Mal bei der Tour an den Start, hat aber mit den beiden Belgiern und mit dem Deutschen Simon Geschke und Michael Schär aus der Schweiz sowie mit dem Niederländer Laurens Ten Dam einiges an Tour-Erfahrung am Start.

Fünf weitere internationale Mannschaften haben bei der Tour de France 2019 jeweils einen Belgier im Aufgebot. Bei Bahrein Merida ist Dylan Theuns am Start, der als Helfer starken Fahrern, wie Sonny Cobrelli (I), Heinrich Haussler (AU), Vincenzo Nibali (I) oder Marcel Sieberg (D) zur Seite stehen kann. Bei UAE-Team Emirates ist Jasper Philippsen dabei, der als Helfer für Alexander Kristoff aus Norwegen mitfährt.

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Oliver Naesen

Jens Debusschere steht bei Katusha Alpecin im Team und soll als Sprinter Marcel Kittel ersetzen, der die Mannschaft verlassen hat. Jasper Stuyven darf bei Trek-Segafredo eine freie Rolle einnehmen und soll auf eigene Faust an Sprints teilnehmen. Und bei der französischen Mannschaft AG2R La Mondiale ist seit Jahren schon Oliver Naesen (Foto oben) dabei. Naesen gilt als Edelhelfer für den Franzosen Romain Bardet, mit dem AG2R nichts weniger will, als die Tour gewinnen… 

Über allem steht Eddy Merckx, der vor 50 Jahren seine erste Tour de France gewann 2019 Photonews