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Französische Gendarmerie unterstützt Tour-Organisation in Belgien

Ein gigantisches Sportereignis wie die Tour de France, die dieses Mal durch Brüssel führt, bedarf zwangsläufig zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen. Obwohl die Belgier darin aufgrund der Organisation zahlreicher Gipfel der EU-Institutionen viel Erfahrung gesammelt haben, werden bei diesem Großereignis  französische Gendarmen die Organisation und die Fahrer auf belgischem Terrain unterstützen.

Brüssel wird an diesem Wochenende die Ausgangsbasis der Tour de France sein. Das bedeutet, dass die ganze Welt zusieht. Die Stadt wird von Menschenmassen überschwemmt – es werden etwa 1 Mio. Menschen erwartet - und doch muss alles reibungslos verlaufen. Die Sicherheit in der Hauptstadt ist wichtiger denn je, also heißt es hier „alle hens aan dek“ („alle Mann an Bord“).

Am Samstag beginnt die erste Etappe im Herzen Brüssels (inoffiziell jedenfalls, der eigentliche Start ist in Molenbeek). Ankunft ist am Schloss von Laken. Am Sonntag fährt das Peloton beim Teamzeitfahren vom Coudenberg zum Atomium. Die Stadt wird also von Zuschauern, Fans und Fahrern nur so beben. "Doch die Polizei ist bereit, wir sind auf alles vorbereitet und wir sind mit einem Maximum an Polizisten vor Ort", betont Ilse Van De Keere von der Brüsseler Polizei.

"Alle sind im Einsatz, außer die Polizisten, die in die großen Ferien gefahren sind. Die überwiegende Mehrheit von ihnen wird für die Tour auf und in der Nähe der Strecke eingesetzt. Nur wenige werden die täglichen Aufgaben erledigen. Um wie viele Beamte es sich genau handelt, dürfen wir Ihnen nicht sagen."

"Eingesetzt werden auch Polizeibeamte aus benachbarten Zonen sowie Mitglieder der Bundespolizei. Letztere werden vor allem für die erste Etappe benötigt, die über Charleroi und Geraardsbergen in die Hauptstadt zurückführt. Wir achten besonders auf die Abfahrts- und Ankunftszonen der Etappen, da wir dort viele Menschen erwarten“, so Van De Keere weiter.

"Wie immer wurde eine Risikoanalyse durchgeführt. Wir haben uns die möglichen terroristisch sensiblen Orte angesehen. Wir haben uns auch mit Orten beschäftigt, an denen sich zu viele Menschen treffen könnten. Doch oberste Priorität hat der Verkehr. Da wir die Stadt für Autos fast komplett schließen, raten wir dringend davon ab, mit dem Auto nach Brüssel zu kommen, um die Tour zu besuchen. Öffentliche Verkehrsmittel sind der beste Weg dorthin, die NMBS und die MIVB haben Anstrengungen unternommen und setzen zusätzliche Zügen ein. Die U-Bahn ist zum Beispiel kostenlos."

Es gilt Terrorstufe 2, also kein Grund zur Sorge

Und doch: die Kombination Tour, Brüssel, viele Leute und zahlreiche Medien könnte Terroristen anlocken: Die Polizei ergreife Maßnahmen entsprechend dem Terrorgrad, der gelte, heißt es bei der Polizei. "Stufe 2 wurde beschlossen (Keine direkten Hinweise auf eine terroristische Bedrohung, Red.!), so dass wir tun, was wir tun müssen. Doch es gibt keinen Grund zur Sorge."

Noch Tipps für die vielen Tour-Fans? "Kein pyrotechnisches Material, wie Feuerwerk oder bengalisches Feuer mitführen. Zuschauer sollten nicht auf die Strecke gehen, sondern auf der Seite bleiben. Besondere Aufmerksamkeit sollte auch den Kindern geschenkt werden, die mitgekommen sind. Haustiere sollten besser zu Hause gelassen werden.  Und vor allem: Benutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel, lassen Sie Ihr Auto zu Hause."

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Nicolas Maeterlinck

Gendarmerie Nationale auf belgischen Straßen

Die französische Gendarmerie nimmt für ein paar Tage belgische Straßen ein. Obwohl das größer und spektakulärer klingt, als es ist. Philippe Beke, Einsatzleiter der Bundesstraßenpolizei Brabant, weiß alles darüber: "Es stimmt, die Gendarmerie Nationale ist bei uns. Doch sind diese Gendarmen auf dem Motorrad immer mit dabei, wenn die Tour-Karawane ins Ausland fährt."

"Es ist nichts Besonderes an sich, es ist sogar praktisch. Da diese Motorradfahrer dazu dienen, das Peloton und die Organisation in schwierigen Momenten, bei Hindernissen oder seltsamen Manövern, zu unterstützen, ist das echt ihre Aufgabe. Das können wir natürlich sinnvoll nutzen. Doch es ist nicht so, dass die Franzosen plötzlich für unsere Straßen verantwortlich sind, natürlich nicht."

„Die Gendarmerie hat in Belgien etwa 40 Motorräder im Einsatz, wir werden etwa 30 sein. Und die meiste Zeit werden Sie einen Franzosen und einen Belgier im Duo zusammen fahren sehen. Vorne, hinter oder neben dem Peloton", so Beke auch noch.

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