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Brüsseler Polizisten befürchten Gesundheitsrisiken: Zuviel Blei im Trinkwasser

Weil verschiedene Polizeibeamte in drei Polizeigebäuden der Hauptstadt Anfang Juni über Fieber, Bauch- und Kopfschmerzen geklagt hatten, nachdem sie Wasser aus dem Hahn getrunken hatten, wurden insgesamt 43 Proben entnommen. Die Messungen ergaben, dass in einigen dieser Proben bis zu 13 Mal Blei enthalten war, als zulässig. Schuld sind veraltete Wasserleitungen aus Blei. 

Aufgrund von Sparmaßnahmen waren in den Gebäuden die Trinkwasserspender mit Mineralwasser abgeschafft worden. Wer Durst hatte, musste halt Wasser aus dem Hahn trinken.  Daraufhin erkrankten mehrere Polizeibeamte und wurden Wasserproben entnommen.

Betroffen waren die Gebäudekomplexe “De Witte de Haelen, “De Kroon” en “Geruzet” (Foto).  Dort sind unter anderem die Sondereinsatzkommandos, der Personen- und Geldtransporterschutz, die Flughafenpolizei und die berittenen Polizisten untergebracht.

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Zuerst hieß es: Nur in zwei Proben sei die Blei- und in einer die Eisenkonzentration zu hoch. Aber schon bald wurde klar, dass das Problem größer war. 29 Proben waren demnach nicht in Ordnung und überschritten EU-Normen wegen zu viel Blei, Eisen oder Zink. Der Bleigehalt liegt sogar 13 Mal höher als erlebt und das kann Blutarmut, sowie die Schädigung von Nieren und Knochen zur Folge haben.

„Die Bundespolizei vergiftet ihre Beamten“,  protestiert ein Gewerkschaftsvertreter. In den betroffen Gebäuden darf bis auf weiteres kein Leitungswasser mehr getrunken werden. Den Polizisten wird dort Flaschenwasser zur Verfügung gestellt.

Wer ist zuständig?

Die Bundespolizei erkennt das Problem, verweist aber auf die zuständige Gebäudebehörde, die für die Sanierung der Wasserleitungen  (Foto) zuständig ist. Die Gewerkschaften hoffen, dass dies bald geschehen wird. Weil sich die Probleme mit der Infrastruktur schon lange hinziehen, heißt es. "Bleirohre sind seit Jahren nicht mehr erlaubt, warum dauert es so lange?“, so ihre Reaktion.

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Der renommierte Toxikologe Jan Tytgat bestätigt, dass die Überschreitung der EU-Norm für Blei keine Bagatelle ist. "Die kurzfristigen Folgen sind in der Regel nicht so schlimm.  Sehr hohe Werte können Darmkrämpfe und Bauchschmerzen verursachen, aber das ist selten. Aber langfristig herrscht Anlass zur Besorgnis. Blei verursacht Blutarmut und ist giftig für die Nieren und das Nervensystem, und das Skelett wird poröser", sagt Tytgat. "Problematisch ist, dass man nicht schmeckt, wenn zu viel Blei im Trinkwasser ist."