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Verkehrsunfall mit fünf Toten in Kortessem: War Lachgas im Spiel?

In dem Auto, das am Samstagmorgen mit hoher Geschwindigkeit in die Fassade eines Cafés in Kortessem rannte, wurden Lachgaskapseln gefunden. Das bestätigt die zuständige Limburger Staatsanwaltschaft. Bei dem schweren Verkehrsunfall kamen fünf Menschen um.

Das Einatmen von Lachgas verursacht einen leichten Rauschzustand. Die Kapseln sind frei im Handel verfügbar, aber ihre Verwendung ist nicht ohne Risiko. Es ist nicht bekannt, ob die Jugendlichen in dem Unfallwagen tatsächlich Lachgas verwendet haben.

Die Opfer des schweren Unfalls in Kortessem sind 4 Männer und 1 Frau, alle zwischen 18 und 22 Jahren alt. Es handelt sich um drei Belgier, einen Niederländer und einen Portugiesen, der in den Niederlanden lebten. Eines der Opfer ist der 19-jährige Mo Nitcheu, ein Spieler des Fußballvereins Sint-Truiden.

Lachgas in der Jugendszene immer beliebter

Lachgas wird über eine Gasflasche oder eine Sahnekapsel (zum Aufschäumen von Sahne in der Gastronomie) in einen Ballon geblasen. Die Nutzer atmen das Gas aus dem Ballon ein. Lachgas wird in der Lunge im Blut gelöst und erreicht so das Gehirn.

Lachgas ist geruchlos und kann einen leicht süßlichen Geschmack haben. Es hebt die Stimmung und benebelt die Sinne.  Das Gas versetzt die Benutzer in einen kurzen Rausch, der oft von Lachen und Kichern begleitet wird. Benutzer können auch Halluzinationen bekommen.

Der Rausch setzt wenige Sekunden nach der Inhalation ein und hält ca. eine bis vier Minuten an. Etwa eine Viertelstunde nach dem Konsum ist keine Wirkung mehr zu spüren.

Anfang des Jahres berichtete die Limburger Polizei, dass der Konsum von Lachgas zunimmt, nachdem 4 junge Menschen auf frischer Tat ertappt worden waren. 

Risiken

Durch zu langes inhalieren besteht die Gefahr, dass der Sauerstoff aus der Atemluft verdrängt wird und der Konsument durch den Sauerstoffmangel bewusstlos wird. Kann der Konsument die Gasquelle nicht entfernen, kann dies nach wenigen Minuten zu schweren Hirnschäden bis zum Tod führen.

Konsum im Stehen kann leicht dazu führen, dass der Konsument umkippt und sich dabei verletzt.

Ein weiteres Risiko können Verunreinigungen des Lachgases mit giftigen Nebenprodukten, wie Kohlenmonoxid, sein. Die häufige Verwendung von Lachgas kann zu Unfruchtbarkeit oder Impotenz führen.

Die Teilnahme am Verkehr nach der Einnahme von Lachgas ist sehr gefährlich, da die Konzentration stark beeinträchtigt ist.

Wegen der leichten Verfügbarkeit von Lachgas in Supermärkten und dem Internet wird es aber auch oft von jungen, unerfahrenen Menschen konsumiert und steht deswegen regelmäßig in verschiedenen Medien in der Kritik.

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