Staatsbesuch in Deutschland: belgisches Königspaar zu Gast auf Schloss Friedenstein in Gotha

König Philipp und Königin Mathilde besuchten am Dienstag - wie Philippes Eltern König Albert und Königin Paola vor 24 Jahren – im Rahmen ihres zweitägigen Staatsbesuchs in Deutschland das Schloss Friedenstein in Gotha, der Heimatstadt der belgischen Königsdynastie. Zentrales Thema sind die verwandtschaftlichen Beziehungen des belgischen Königshauses um Hause Sachsen-Coburg und Gotha.

Das Schloss, das Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut wurde, war jahrhundertelang die Residenz der Herzöge von Sachsen (damals Sachsen-Coburg und Gotha). Sie waren die Vorfahren von Leopold I., der 1831 den Thron Belgiens bestieg.

Das belgische Königspaar landete am Morgen bei verhangenem Himmel auf dem Flughafen Erfurt-Weimar. Dort wurde es von Ministerpräsident Bodo Ramelow und seiner Frau Germana Alberti vom Hofe begrüßt. Zwei Kinder überreichten dem Paar Blumen.

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Anschließend starteten König Philippe und Königin Mathilde nach Gotha. Das dortige Schloss Friedenstein gilt als eine der Wurzeln der belgischen Königsfamilie. In Gotha wurde das Paar von Oberbürgermeister Knut Kreuch vor dem Schloss begrüßt. Er hatte die Einladung an das belgische Königshaus bereits vor fünf Jahren ausgesprochen. Anwesend war auch die deutsche Verwandtschaft des belgischen Paares: Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha sowie Hubertus Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha und seine Frau Kelly.

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Während des Besuchs konnten die Herrscher ein Porträt des ersten Königs der Belgier und seiner Familie sowie eine Reproduktion eines riesigen Plakates bewundern, auf dem die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum der Herrschaft Leopolds I. (vom 21. bis 23. Juli 1856) angekündigt wurden. Sie erhielten dann weitere Erläuterungen zum Stammbaum der Familie Sachsen-Coburg und Gotha und zu ihrem Wohnsitz in Thüringen. Nach dem Schlossbesuch nahm das Paar ein Bad in der Menge. 

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KZ Buchenwald und Weimar

Philippe und Mathilde setzten ihren Besuch im Ekhof-Theater, dem ältesten Barocktheater Deutschlands, fort, wo sie eine Szene aus Molières Stück "L'École des maris" sehen konnten.

Nach einer Mittagspause ging es für das Königspaar weiter nach Weimar. Dort haben Philippe und Mathilde das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald besucht. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit informierten sie sich in der Dauerausstellung über die Geschichte des Konzentrationslagers. Zudem gedachten sie der in Weimar während des Zweiten Weltkriegs gefangenen und zu Tode gekommenen belgischen Häftlinge. Zwischen 1940 und 1945 waren im KZ Buchenwald auch mehr als 4.000 Belgier inhaftiert. Mehr als 500 starben. 

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Am Nachmittag hatten Neugierige die Gelegenheit, das Königspaar am Neuen Museum in Weimar aus nächster Nähe zu sehen. Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine empfing die royalen Gäste und begleitete sie ins Museum.

Dort wird die Vorgeschichte des Bauhauses erzählt - die ist eng verbunden mit dem Belgier Henry van de Velde. Der berühmte Architekt und Designer hat in Weimar u.a. die Gebäude der heutigen Bauhaus-Uni entworfen. König Philippe und Königin Mathilde trugen sich wie schon in Gotha auch dort in das Goldene Buch der Stadt ein. Am Mittwoch machen sich die belgischen Royals auf den Weg nach Sachsen-Anhalt.   

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