König Filip und Königin Mathilde haben  KZ-Stätte Buchenwald besucht

Anlässlich ihres zweitägigen Besuchs in Deutschland hat das belgische Königspaar am Dienstag auch das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar besucht. Zwischen 1940 und 1945 waren im KZ Buchenwald über 4.000 Belgier inhaftiert. Mehr als 500 starben. König Filip und Königin Mathilde ehrten die Opfer des Zweiten Weltkriegs und ließen sich vom Leben der belgischen KZ-Insassen berichten.

Das belgische Königspaar besuchte das Krematorium und eine Ausstellung über das Lager. Zusammen mit dem Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Oliver Paasch, wurde ein Kranz zum Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers niedergelegt.  

Bei dieser Gedenkfeier wurde auch die KZ-Gefangenenuniform von Baron André Simonart an die Buchenwald-Stiftung übergeben.

André Simonart war einer von über 4.200 belgischen Männern, die ab 1940 und bis zur Befreiung im Jahr 1945 in Buchenwald oder ein einem anderen Konzentrationslager inhaftiert waren. Auch 130 belgische Frauen waren nach Buchenwald gebracht worden. 500 Belgier starben dort.

Simonart war Professor für Pharmakologie an der Katholischen Universität Leuven und wurde während des Zweiten Weltkriegs im Lager Breendonk in Flandern festgehalten und später nach Buchenwald gebracht. Nach dem Krieg wurde der Belgier Vorsitzender des Museums von Fort Breendonk. Seine Familie wollte der Stiftung seine Häftlingsuniform seit vielen Jahren überreichen und fand den königlichen Besuch in Thüringen eine angemessene Gelegenheit für die Übergabe.

Die meisten Belgier waren politische Gefangene. Aber auch belgische Juden und Homosexuelle befanden sich unter den Insassen. Die meisten Festnahmen waren die Folge der zunehmenden Repressalien der Sicherheitspolizei in Brüssel, die den Widerstand in Belgien bekämpfte.

Die größte Gruppe belgischer Gefangener kam noch 1944 nach Buchenwald, als  Breendonk am 8. Mai geschlossen wurde. In den folgenden Monaten wurden weitere 2.200 Gefangene der Sicherheitspolizei in das KZ bei Weimar überführt.

Die Lagerinsassen mussten u. a. in den Steinbrüchen und in den Waffenfabriken oder auch auf Baustellen arbeiten.

 

Von 1937 bis 1945 befanden sich insgesamt über 280.000 Menschen in den Lagern. 56.000 Menschen starben dort. Nach der Befreiung wurde Buchenwald von der Sowjetunion als Gefangenenlager genutzt. 1950 wurde es von der DDR übernommen.

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