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Warum feiern die Flamen am 11. Juli?

Am 11. Juli 1302 konnten die Truppen des Grafen von Flandern die Ritter des französischen Königs bei der Schlacht der Goldenen Sporen in Kortrijk besiegen. Für die nach Autonomie strebenden Flamen war diese historische Schlacht ein angemessenes Ereignis, um den Nationalfeiertag ab 1973 an jedem 11. Juli abzuhalten.

Traditionell hält der Vorsitzende des flämischen Parlaments an diesem Tag eine Ansprache im Rathaus von Brüssel. Auch in anderen großen und kleinen Städten im Norden des Landes werden Feiern und Vergnügungen zum flämischen Nationalfeiertag organisiert.

Ministerpräsidentin Liesbeth Homans (N-VA, oben) hält ihre Rede im westflämischen Kortrijk.

Am Vorabend hat der flämische Vizepremierminister Ben Weyts (N-VA) die Vertreter des diplomatischen Korps empfangen und betont, dass Flandern zur Kopfgruppe in Europa aufstoßen möchte, insbesondere in der Bildung, in innovativen Sektoren und in der Energiewirtschaft. Überhaupt sei Flandern in einer außerordentlich guten Verfassung. Daran könne auch das Ergebnis der Parlamentswahlen Ende Mai nichts ändern, betonte Weyts. 

Regierungsverhandlungen

Bei den Landtagswahlen am 26. Mai hatten die flämischen Nationalisten der N-VA erhebliche Stimmenverluste hinnehmen müssen. Dagegen hatte die rechtsextreme Partei Vlaams Belang zugelegt. Die Verhandlungen über eine Regierungskoalition auf Landes- und Bundesebene gestalten sich schwierig und wurden vorübergehend unterbrochen: Der Parteivorsitzende Bart De Wever, ebenfalls Bürgermeister von Antwerpen, befindet sich auf einer internationalen Tagung von Bürgermeistern in Kolumbien. De Wever will auch die Entwicklungen der Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene abwarten.

Auf Bundesebene müssen die Flamen und Französischsprachigen einen Kompromiss finden. Flandern hat bei den jüngsten Parlamentswahlen überwiegend rechts gewählt, die französischsprachigen Landesteile überwiegend links.

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