Altgedienter N-VA-Politiker überlebt nur 3 Wochen als Landtagsvorsitzender

Sein Amt als erster Bürger des Landes im flämischen Parlament sollte die Krönung seiner Karriere werden. Für den 55-jährigen Kris Van Dijck (N-VA) endete sie nach drei Wochen, ausgerechnet während des Höhepunkts am flämischen Nationalfeiertag: Während der Ansprache von Van Dijck im Brüsseler Rathaus veröffentlichte die Illustrierte P-magazine einen Bericht über mögliche Betrügereien zugunsten eines Escort-Girls. In einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur Belga kündigt Van Dijck am Nachmittags des 11. Juli seinen Rücktritt an und weist alle Anschuldigungen zurück.

Der in Turnhout geborene Politiker trat Ende der 1970er Jahre der Volksunie bei. Nach der Auflösung der flämisch nationalistischen Partei schließt er sich dem rechten Flügel an und wird Mitglied der Nieuwe Vlaamse Alliantie (N-VA).

Der ehemalige Lehrer wird als Bürgermeister von Dessel bei Antwerpen gewählt. Mit der N-VA holt er bei lokalen Wahlen zwei Mal die absolute Mehrheit. Seit 1995 ist er ununterbrochen Landtagsabgeordneter für seine Partei und kümmert sich u. a. um Unterricht und Finanzen. Als Mitglied des Parteibüros seit der Gründung der N-VA gilt der Vater von zwei Kindern als ein „N-VAer“ der ersten Stunde.

Nachdem Van Dijck auch zwei Mal Fraktionsvorsitzender war, zuletzt bis Ende 2012, sollte der Posten des Parlamentsvorsitzenden die Krönung seiner politischen Karriere werden.

Anfang der Woche war Kris Van Dijck bereits in die Schlagzeilen geraten, nachdem er in betrunkenem Zustand einen Unfall verursacht hatte. Dieser schwere Fehler wurde ihm nach ausdrücklicher Reue und Entschuldigungen und mit Unterstützung der Partei noch verziehen. Den zweiten Sturm scheint Van Dijck trotzt Unschuldsbeteuerungen nicht zu überleben.