Knüppeldick am flämischen Nationalfeiertag: Landtagsvorsitzender Van Dijck tritt nach Betrugsgerüchten zurück

Für den frisch gekürten flämischen Landtagsvorsitzenden Chris Van Dijck (N-VA) kommt es am 11. Juli knüppeldick. Die Illustrierte P-magazine veröffentlichte ausgerechnet während seiner Ansprache im Brüsseler Rathaus einen Artikel über betrügerische Handlungen des ersten Bürger Flanderns zugunsten einer Prostituierten. Erst Anfang der Woche war Van Dijck wegen Trunkenheit am Steuer der Führerschein entzogen worden. Am Donnerstagnachmittag kündigte Van Dijck seinen Rücktritt an, bestreitet aber alle Vorwürfe. 

Dass Van Dijck nach seiner Ansprache zum 11. Juli in der Hauptstadt sofort und kommentarlos in ein Auto stieg, führten Beobachter auf den Online-Artikel von P-magazine zurück. Diesem Bericht zufolge soll der flämische Parlamentsvorsitzende versucht haben, seiner Geliebten, einem Escort-Girl, zu einer unrechtmäßigen Sozialleistung zu verhelfen.

Der N-VA-Politiker soll eine fiktive Firma gegründet haben, in der die Dame als einzige Angestellte arbeitete. Kurze Zeit nach der Gründung meldete das Unternehmen Konkurs an. Die Geliebte des Politikers soll daraufhin Anspruch auf Arbeitslosengeld und Geld aus dem Fonds für Unternehmenskonkurse erhalten haben.

Der Redaktion von P-magazine liegen entsprechende E-Mails und anderes Beweismaterial vor.

Rechtsextreme Partei Vlaams Belang stellt den neuen Parlamentsvorsitzenden

Nach dem Rücktritt von Chris Van Dijck wird Filip Dewinter, langjähriger Spitzenpolitiker der flämischen rechtsextremen Partei Vlaams Belang, Vize-Vorsitzender des Landtags.

Bei der ersten Zusammenkunft des neuen Parlaments  hatte der Liberale Herman De Croo noch verhindert, dass Dewinter zu solchen Ehren kommt. 

Wie lange Dewinter diese Rolle ausfüllen wird, steht noch nicht fest. Jedenfalls wird er das Büro des Parlaments am Freitag zusammenrufen und die Vorgehensweise besprechen.