Besitz, Produktion und Vertrieb von Kinderporno: 3 Jahre Gefängnis für Schauspieler Guy Van Sande

Der flämische Schauspieler Guy Van Sande wurde vom Strafgericht Veurne wegen des Besitzes, der Herstellung und des Vertriebs von Kinderpornographie zu drei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt,. Vor drei Jahren entdeckte die Polizei hunderte kinderpornografische Fotos und Videos auf seinem Computer. Ein Antwerpener Professor, der ebenfalls an dem Fall beteiligt war, wurde mit der gleichen Strafe belegt.

Der Prozess fand Ende Juni hinter verschlossenen Türen statt.  Ein dritter Angeklagter, ein Mann aus Diksmuide, starb kurz vor Beginn des Prozesses. 

Bewährungsstrafe unter Auflagen

Der Schauspieler wurde schließlich unter Auflagen zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. So wird er beispielsweise in den nächsten fünf Jahren nicht mit Minderjährigen in Kontakt kommen. Ihm wurde der Konsum von Drogen verboten und er darf keinen Alkohol mehr trinken. Darüber hinaus verliert er für fünf Jahre seiner Bürgerrechte. 

Außerdem wurde ihm der Kontakt mit dem von ihm fotografierten Mädchen untersagt und er muss ihr eine vorläufige Entschädigung von 6.000 Euro zahlen. Den anderen Zivilparteien wurden insgesamt 15.000 Euro zugewiesen. Zivilpartei Child Focus wurde als Vertreterin der nicht identifizierten Kinder auf den Fotos ein symbolischer Euro als Schadensersatz zuerkannt.  

Wie kam es zu diesem Prozess?

Der Fall kam 2016 ans Licht, als die Polizei während Ermittlungen zu Kinderpornographie bei einem Mann aus Diksmuide in Westflandern auch auf den in Flandern sehr bekannten Schauspieler Guy Van Sande und einen Professor der Universität Antwerpen stieß. Die drei Männer standen seitdem im Verdacht, Teil einer Gruppe zu sein, die Kinderpornographie im Internet austauschte. Der Schauspieler gab zu, dass er den betreffenden Chatraum besucht hat, minimierte aber seinen Anteil an dem Foto- und Videomaterial.

Der Anwalt des Hauptverdächtigen plädierte für die Einstellung des Verfahrens, während Van Sande und der Professor eine Aussetzung des Urteils beantragten.  Das bedeutet, dass ein Richter entscheidet, dass der Sachverhalt nachgewiesen ist, dass aber keine Strafe verhängt wird und dass der Fall auch nicht in das Vorstrafenregister aufgenommen wird. Die Staatsanwaltschaft von Veurne ging hierauf nicht ein und verwies die drei Verdächtigen schließlich an das Strafgericht.