Belgische Lebensmittel: Begeistern das Ausland, zu teuer für die Belgier selbst

Im vergangenen Jahr ist der Export von belgischen Lebensmitteln um ganze 3,5 Prozent angestiegen. Die Beschäftigung in der Nahrungsmittelbranche folgt diesem Trend. Aber die Branche selbst spricht auch eine Warnung aus: Wegen einer Inflation an Steuern und Abgaben sind die Produkte hierzulande manchmal teurer als im Ausland. Fazit? Der Umsatz in Belgien selbst sank 2018 um 5 Prozent, so Bart Buysse, Vorsitzender des Verbands belgischer Nahrungsmittelbetriebe.

In vielen Ländern weltweit verlangen die Verbraucher nach Produkten aus belgischen Landen … Gestiegen ist der Export insbesondere nach den Vereinigten Staaten, nach Kanada, China und sogar nach Südkorea. Mehrere Handelsmissionen und Abkommen haben die Ausfuhr in diese Länder gefördert. 

2000 extra Stellen geschaffen

Mehr Export wirkt sich auch auf die Beschäftigungszahlen aus, denn im vergangenen Jahr wurden 2000 neue Stellen geschaffen (+ 2,2 %). Ebenfalls günstig sind die Investitionen in technische Erneuerungen wie beispielsweise Automatisierung. Der italienische Süßwarengigant Ferrero hat über 100 Millionen Euro in seine belgische Fabrik investiert. Derzeit stehen weitere 1500 Stellen offen. Viele Stellenangebote im Nahrungsmittelsektor haben ein technisches Profil und sind deswegen schwieriger zu besetzen.

Teure Preise dämpfen die Beliebtheit in Belgien

Im eigenen Land kann die Nahrungsmittelindustrie stets weniger Umsatz machen. Die Preise sind zu teuer. Belgier fahren immer häufiger ins Ausland, um ihre Haushaltseinkäufe zu machen und eigene Produkte zu einem besseren Preis zu finden. Der Umsatz in Belgien ist 2018 um 5,3 % gesunken. Das haben auch die Supermarktketten im Ausland herausgefunden: In Frankreich setzen sie niederländischsprachiges Personal an die Kasse und machen Reklame in Belgien. 

Steuern, Abgaben, Gebühren …

Dass eigene Produkte im Ausland preiswerter als im Handel im eigenen Land sind, liegt an den vielen Steuern. Oft gilt in Belgien eine höhere Mehrwertsteuer, aber auch die Verpackungssteuer und andere Abgaben, zum Beispiel auf Frischgetränke, verteuern die einheimischen Lebensmittel im Vergleich zum Ausland.