Flandern will Taxifahren billiger machen

An diesem Freitag hat die flämische Regierung das Durchführungsdekret verabschiedet, das die Reform der flämischen Taxilandschaft am 1. Januar ermöglichen soll. Flandern hofft, dass mit den neuen Regeln Taxi fahren billiger wird.

Das Taxidekret, das vom Parlament im vergangenen Frühjahr angenommen wurde, hebt die bestehenden festen Sätze auf. Die Betreiber dürfen in Zukunft ihre eigenen Preise festlegen. Die Kommunen können jedoch Tarife für "Taxis an Taxiständen", also Stand-by-Taxis, festlegen, die Kunden z.B. an Bahnhöfen abholen können. Die Quote von 1 Taxi pro 1.000 Einwohner wird abgeschafft, genauso wie die Beschränkung des Taxi-Service-Bereichs auf das Gebiet einer Gemeinde. So durften beispielsweise Taxis aus Antwerpen bislang keine Fahrgäste in Gent abholen, was bedeutete, dass sie oft leer zurückfahren mussten.

 Taxis brauchen zudem keinen klassischen Zähler mehr mitführen. Die Kunden haben Recht auf eine übersichtliche Rechnung, aber dies kann z.B. mit einer App erfolgen.

Das Dekret wurde heftig kritisiert, wird jedoch vollständig umgesetzt. Der Flämische Mobilitätsrat, ein Beratungsorgan der Regierung, sah unter anderem große Probleme bei der Unterscheidung zwischen Straßentaxis und Stand-by-Taxis. Das Dekret sieht Perimeter vor, die Taxistände klar abgrenzen und die für Stand-by-Taxis reserviert sind. Straßentaxis dürfen innerhalb dieser abgegrenzten Bereiche keine potenziellen Kunden ansprechen, dort herumfahren oder halten. Laut dem Flämischen Mobilitätsrat MORA bereite dies Kunden, Fahrern und Vollstreckern gleichermaßen Probleme.