Donnerstag könnte der wärmste Tag aller Zeiten in Belgien werden

Nach Ansicht von VRT-Wettermann Frank Deboosere besteht durchaus die Möglichkeit, dass der kommende Donnerstag zum wärmsten je gemessenen Tag seit jeher in Belgien wird. Es werden Temperaturen von lokal 37°C und mehr vorausgesagt. Derweil kämpft das belgische Bundesland Flandern mit akutem Wassermangel.

Der belgische Temperatur-Wärmerekord liegt beim 27. Juni 1947, als beim Königlichen Wetteramt KMI in Ukkel bei Brüssel eine Temperatur von 36,6°C gemessen wurde. Frank Deboosere geht davon aus, dass dieser Rekord am kommenden Donnerstag durchaus gebrochen werden könnte:

„Morgen (Dienstag (A.d.R.)) werden wir 28°C und an der Küste bis 33°C erreichen. Ab Mittwoch wird es mit bis zu 36°C dann echt tropisch und auch nachts wird es nicht abkühlen. Das Thermometer wird bei über 20°C bleiben.“

„Am Donnerstag können wir vielleicht den wärmsten Tag erleben, der je in Belgien aufgezeichnet wurde. Wir sagen Temperaturen von 37°C und mehr voraus. Die Möglichkeit besteht durchaus, dass wir darüber gehen und dass dies eine hohe Überschreitung werden wird.“ In Belgien werden die Wetterdaten seit 1833 aufgezeichnet.

Die Belgische Interregionale Umweltagentur Ircel-Celine warnt derweil vor hohen Ozon- und Feinstaubwerten durch die Hitze und erinnert daran, dass dies zu Problemen durch Reizung der Atemwege führen kann. Betroffen sind in erster Linie ältere Menschen, chronisch kranke Personen, schwangere Frauen und Kleinkinder. Man solle sich nicht unnötig draußen aufhalten, viel trinken und nur leichte Mahlzeiten einnehmen, so die Agentur. Zudem wird geraten, dass jeder Bürger auf den anderen achten solle, um akuten Problemen zuvorzukommen.

Alarmphase: Wasserknappheit in Flandern

Seit der vergangenen Woche gilt im belgischen Bundesland Flandern „Code Orange“ in Sachen Wasserknappheit durch die anhaltende Hitze. Das bedeutet, dass in den flämischen Provinzen die Alarmphase eingetreten ist. Damit ist es verboten, Wasser aus bestimmten Wasserläufen, Teichen und Seen abzupumpen – auch zu landwirtschaftlichen Zwecken.

Für die Bürger in Flandern gilt aber lediglich der Aufruf, mit Trinkwasser sparsam umzugehen. Für Industrie und Landwirtschaft gibst es wohl weiterhin die Möglichkeit, Wasser aus Kanälen abzupumpen, doch natürliche Wasserläufe und Seen sind ausgeschlossen und dies nicht mehr nur in ökologisch sensiblen Gegenden. Das entsprechende Regelwerk sieht vor, dass Ausnahmen gewährt werden können, um Viehbestände mit Wasser zu versorgen und auch um bestimmte Nutzpflanzenarten zu bewässern.

Die Provinzen bieten Landwirten und Gartenbauunternehmen als Alternative an, mit Tankwagen wiederaufbereitetes Wasser bei den Kläranlagen holen zu gehen. Achtung, dieses Wasser ist nur Nutzwasser und als Trinkwasser nicht zu verwenden, wie die Behörden eindringlich bemerken.

Inzwischen behelfen sich flämische Landwirte damit, sich mit Wasser aus dem benachbarten Bundesland Wallonien zu versorgen, wo aufgrund völlig anderer Bodenbeschaffenheit mehr Grundwasser zur Verfügung steht. In Flandern haben sich die Grundwasserpegel noch nicht von der Trockenheit des vergangenen Jahres erholen können. Die derzeitige zweite Hitzewelle in unseren Breitengraden bietet da nicht unbedingt eine dringend erforderliche Entspannung.