Trotz Brexit mehr Umschlag im Hafen von Zeebrügge

Im ersten Halbjahr 2019 wurden im Hafen von Zeebrügge deutlich mehr Waren und Güter umgeschlagen, als im gleichen Vorjahreszeitraum. Offenbar werden kurz vor dem Brexit mehr Waren nach Großbritannien verschifft, bzw. in die EU eingeführt als normal, wovon Zeebrügge deutlich profitiert.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wurden im Hafen von Zeeebrügge über 12 % mehr Waren und Güter umgeschlagen, als im ersten Halbjahr 2018. Ein Grund dafür könnte sein, dass vor dem ursprünglich geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union, dem 29. März, noch rasch große Warenmengen in beiden Richtungen ein- und ausgeführt wurden.

In den Wochen und Monaten danach stabilisierten sich die Umschlagszahlen in Zeebrügge wieder, da der Brexit auf Ende Oktober verschoben wurde. Der flämische Seehafen verzeichnet allerdings in der letzten Zeit im Allgemeinen Zuwächse beim Flüssiggas, eine Energiestoff, der sich international an den Energiemärkten immer mehr durchsetzt.

Fokus auf Flüssiggas

Zeebrügge verfügt über riesige Flüssiggastanks, in denen nach Europa exportiertes Gas vor dem Weitertransport an die Endverbraucher gespeichert wird. Wachstumspotential haben in Zeebrügge auch die Bereiche Containerverkehr und Kreuzfahrt-Tourismus. Während neue Containerterminals weitere internationale Logistikunternehmen in den Hafen locken, machen dort auch immer mehr Kreuzfahrtschiffe fest.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres liefen im Hafen von Zeebrügge 71 Kreuzfahrtschiffe ein. Im gleichen Vorjahreszeitraum machten dort 59 dieser riesigen Schiffe fest. Von dort aus besuchen Touristen aus aller Welt das flämische Inland, die historischen Kultur- und Kunststädte und auch die belgische Hauptstadt Brüssel.