In jeder Provinz ein Armee-Ausbildungszentrum?

Die Armeeführung konsultiert derzeit die Provinzgouverneure, um ein Ausbildungszentrum für junge Rekruten in jeder Provinz einzurichten. Dies würde es den Bewerbern ermöglichen, eine Armeeausbildung in der Nähe ihres Wohnortes zu absolvieren, was den Arbeitsplatz für junge Menschen attraktiver machen soll. Geplant ist auch eine gemeinsame Rekrutierungsstelle pro Provinz für Armee, Polizei, Feuerwehr und Zoll.

Der austretende Verteidigungsminister Didier Reynders (MR) sagte hierzu: "Es hat keinen Sinn, einen Jugendlichen zu bitten, täglich 200 Kilometer für eine Ausbildung zu fahren. Gerade im ersten Ausbildungsjahr ist eine Dezentralisierung wichtig. Es muss zum Beispiel möglich sein, mit einer breiten Ausbildung beim Verteidigungsministerium anzufangen und dann mit einer Spezialisierung weiterzumachen und für die Bundespolizei oder die Feuerwehr arbeiten zu können oder umgekehrt."

In den nächsten fünf Jahren müssen mehr als 10.000 Soldaten eingestellt werden, um die Rentenwelle in der Armee zu bewältigen. Deshalb ist es für das Verteidigungsministerium sehr wichtig, den Beruf des Militärs attraktiver zu gestalten.

Die größte Gewerkschaft der Armee reagiert bereits positiv auf den Plan, in jeder Provinz Ausbildungen für junge Menschen zu organisieren. "Es ist eine sehr gute Sache für unsere Organisation", so Boris Morenville von der Armeegewerkschaft VSOA. "Wir müssen attraktiver sein. Einer unserer Vorschläge ist die Regionalisierung. Wenn Menschen in der Nähe von zu Hause lernen und arbeiten können, wird dies für mehr Stabilität sorgen und die Menschen können in der Armee bleiben.“