Foto: Andreas Kockartz

Am Samstag 24-stündiger Bahnstreik in Belgien

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB warnt Reisende vor einem Streik der Zugschaffner und -begleiter. Dieser Streik wird für empfindliche Probleme auf dem ganzen Netz sorgen, so die Bahn. Dieser Streik wurde von der unabhängigen Eisenbahnergewerkschaft OVS angekündigt, die damit gegen den anhaltenden akuten Personalmangel bei den Zugbegleitern protestieren will. 

Die Gewerkschaft OVS fordert seit langem mehr Zugbegleiter, denn wegen des weiterhin akuten Personalmangels können viele Schaffner im Hochsommer keinen Urlaub nehmen und sie müssen zusätzliche Überstunden leisten, so ein Sprecher der OVS, die diesen Streik offiziell am Dienstag ankündigte. Eine gesetzliche Regelung dafür, dass die belgische Bahn im Streikfall eine Mindestdienstleistung anbieten muss, sorgt allerdings für ein gewisses aber sehr kleines Zugangebot.

Die 24-stündige Arbeitsniederlegung beginnt am Samstag um drei Uhr morgens und endet am erst Sonntagfrüh zur gleichen Tageszeit. Tagesausflügler, die mit dem Zug zur belgischen Küste fahren wollen, um sich dort Abkühlung in diesen heißen Tagen abzuholen, seien hiermit gewarnt. Und auch die vielen Jugendlichen, die mit der Bahn zu den derzeit zahlreichen Musikevents oder in die Ferienlager fahren wollen, sollten sich ebenfalls nach Alternativen umsehen.

Die NMBS/SNCB teilte nach einem Gespräch mit Vertretern von OVS diese Woche mit, 150 der für dieses Jahr zugesagten 300 neuen Mitarbeiter für die Zugbegleitung seien bereits eingestellt worden, müssten allerdings teilweise noch ihrer Ausbildung folgen. Die Gespräche wurden allerdings ergebnislos abgebrochen. Die Bahn bedauerte danach, dass die Gewerkschaft kaum Dialogbereitschaft an den Tag legen wolle und unbedingt an dem Streik festhält. Die OVS entgegnete, dass man dieses Thema mit der Bahn bereits seit Jahren bespreche, ohne konkrete Lösungen trotz stetiger Zusagen der Bahndirektion. 

Nur eine Gewerkschaft streikt

Dieser Bahnstreik legt auch eine tiefe Zerrissenheit zwischen den einzelnen Gewerkschaften bloß. Die sozialistische ACOD Spoor und die christliche ACV-Transcom, beides ebenfalls Eisenbahnergewerkschaften, unterstützen diesen Streik nicht. Das bedeutet, dass nur die unabhängige OVS zur Arbeitsniederlegung aufruft.

Da die OVS über eine große Zahl an Mitgliedern verfügt, können die Probleme am Samstag recht groß sein, auch wenn die Bahn ein Mindestangebot mit arbeitswilligen Eisenbahnern (der anderen Gewerkschaften) aufrecht erhalten will (und gesetzlich auch muss). Ob es dabei unter Umständen auch zu Dienstverpflichtungen von Schaffern kommt, die Urlaub haben oder die gerade nicht im Dienstplan stehen, sei dahingestellt.

Nach Bahnangaben sollen am Samstag 3 von 5 Zügen fahren. Bahnsprecher Dimitri Temmerman sagte gegenüber VRT NWS, dass auf jeden Fall die wichtigsten Züge fahren würden, z.B. die in Richtung Küste und die zu den Musikfestivals, wie z.B. zum zweiten Wochenende von Tomorrowland.