Nicolas Maeterlinck

Belgien sucht Bürger, die an der Gefängnis-Aufsicht beteiligt werden sollen

Der Zentrale Aufsichtsrat des Gefängniswesens (CTRG) in Belgien sucht noch etwa 200 Bürger, die an der Kontrolle der hiesigen Haftanstalten beteiligt werden sollen. Wie die flämische Tageszeitung De Morgen in ihrer Donnerstagsausgabe meldet, sollen diese Zivilbürger in Aufsichts-Ausschüssen sitzen, die z.B. Klagen von Häftlingen begutachten. Das Besondere dabei ist, dass eigentlich jeder für eine solche Aufgabe in Anmerkung kommen kann.

Die Mitgliedschaft in einem der 35 Ausschüsse, die sich mit der Kontrolle und der Aufsicht der insgesamt 35 belgischen Haftanstalten beschäftigen, ist eine besondere Herausforderung und die Sache nach rund 200 Kandidaten für eine solche Aufgabe richtet sich an die gesamte Zivilgesellschaft im Land. So ziemlich jeder Bürger kann für eine solche Aufgabe in Anmerkung kommen. Bisher wurden bereits etwa 200 Interessierte ausgewählt, doch der Zentrale Aufsichtsrat des Gefängniswesens sucht noch etwa die gleiche Anzahl zusätzlich.

Bisher wurden die Aufsichts-Ausschüsse der belgischen Haftanstalten intern besetzt, sprich mit Personen innerhalb des Gefängnis- oder des Justizwesens, doch ab September sollen auch externe Mitglieder Posten in diesen Ausschüssen besetzen. Belgien entspricht damit einer Regel der Europäischen Union. Schon mehrmals kam von EU-Seite her die Kritik, dass sich das hiesige Justizwesen selbst kontrolliert. 

Die Bürger dürfen die Gefängnisse besuchen und sollen Klagen von Häftlingen überprüfen.“

Ralf Bas, Zentraler Aufsichtsrat des belgischen Gefängniswesens

„Die Bürger sollen dabei beaufsichtigen, dass die Rechte der Gefängnisinsassen gewahrt bleiben. Das können sie machen, indem sie die Haftanstalten besuchen und indem sie Klagen von Häftlingen überprüfen. Das können Probleme sein, die diese erleben oder Beschlüsse, die über sie gefällt wurden“, so Ralf Bas vom Zentralen Aufsichtsrat des belgischen Gefängniswesens.

Die Kandidaten für diese Aufgabe werden in dieser Frage juristisch ausgebildet und sie müssen Lehrgängen folgen, bei denen ihnen praxisnah beigebracht wird, wie man sich in einem Gefängnis bewegen und verhalten soll. Diese Arbeit ist ehrenamtlich und stellt höchstens zwei Arbeitstage pro Monat dar.

Erforderlich ist lediglich, dass man volljährig ist, dass man nicht im Gefängniswesen beruflich aktiv ist und dass man einen Auszug aus dem Strafregister vorlegt. Dies schließt nicht aus, dass man auch als Vorbestrafter dieses Ehrenamt ausüben kann. Allerdings werden die Kandidaten in diesem Fall individuell bewertet, d.h. man entscheidet aufgrund der juristischen Vorgeschichte, ob ein Betreffender wirklich für eine solche Aufgabe geeignet ist.