Brüssel und die "wild" abgestellten E-Stepper

Bekanntlich will Brüssel ab September das unachtsame Abstellen von elektrischen Mietrollern mit Bußgeldern belegen. Die Region Brüssel-Hauptstadt wird kurz vorher eine Liste der Straßen und Plätze vorlegen, an denen Mitroller, Mieträder und andere zu mietende alternative Verkehrsmittel nicht mehr einfach so zurückgelassen werden dürfen. Inzwischen meldet sich auch die Brüsseler Fußgängerbewegung zu Wort, die vor allem von den E-Steppern die Nase voll hat.

Auch aus Brüssel sind die elektrischen Roller nicht mehr wegzudenken, doch leider werden die an sich tollen alternativen Verkehrsmittel sehr oft einfach so zurückgelassen, wobei die Nutzer davon wenig Respekt und Taktgefühl gegenüber den Fußgängern an den Tag legen, denn sie stehen oder liegen auf Bürgersteigen, in Parks, auf Plätzen und nicht selten verschandeln gleich mehrere dieser Elektroroller auch die Sicht auf touristische Sehenswürdigkeiten.

In mehreren Brüsseler Gemeinden will man diese Handhabe möglichst rasch loswerden und fordert, dass man mit Bußgeldern dagegen vorgeht. Das wird die Hauptstadt-Region ab September auch machen. Den Kommunen sind bis dato die Hände noch gebunden, weil eine eindeutige gesetzliche Regelung noch nicht vorliegt. 

Kann das Verkehrsgesetzbuch hier greifen?

Doch, so Inge Paemen vom Brüsseler Mobilitätsamt gegenüber der regionalen Nachrichtenplattform BRUZZ, ist es laut Artikel 23 des belgischen Verkehrsgesetzes „verboten, Wege zu versperren“. Fußgänger, so Paemen, dürfen nicht zum Opfer der Popularität der E-Stepper werden. Aber, man wolle das eigentliche Konzept der E-Stepper in Brüssel nicht aufhalten, ganz im Gegenteil. Genau da hakt auch die Brüsseler Fußgängerbewegung ein.

Hier ist man der Ansicht, dass die Maßnahmen gegen die Auswüchse der Popularität von E-Steppern nicht weit genug gehen, schließlich zählt die belgische Hauptstadt schon jetzt rund 4.000 dieser E-Roller. Hinzu kommt noch eine noch größere Zahl an Mitfahrrädern. 

Aufgebrachte Brüsseler Fußgänger 

Bei der Fußgängerbewegung heißt es dazu gegenüber BRUZZ: „Solange die Nutzer nicht als verantwortlich für die Behinderungen, die sie verursachen, gelten, bleibt das Problem bestehen.“ Hier wird dafür plädiert, dass man ähnlich wie in Paris bestimmte Zonen einrichten sollte, an denen E-Stepper abgestellt werden können. Und Tom D’hollander, der Sprecher dieser Bewegung, hält die Pariser Idee für sympathisch, E-Stepper überhaupt nicht mehr auf Bürgersteigen zuzulassen, „weder zum Fahren, noch zum Parken.“

Auch die Geschwindigkeit, mit denen die E-Stepper auf Straßen, Plätzen, in Parks und auf Bürgersteigen unterwegs sind, ist der Fußgängerbewegung in Brüssel ein Dorn im Auge: „In Belgien ist die Richtgeschwindigkeit kürzlich erst von 18 km/h auf 25 km/h erhöht worden, während die Zahl der Unfälle mit Verletzten weiter steigt. Wie soll man das noch erklären?“ Die meisten Verletzten bei Unfällen mit E-Steppern sind zudem Fußgänger, die rücksichtslosen E-Stepper-Fahrern nicht ausweichen können, wie die Bewegung angibt.