BELGA/HANDOUT

Niedrigwasser: Hochseefrachter für Gent müssen schon in Terneuzen löschen

Die anhaltende Trockenheit macht auch vor den Wasserwegen nicht halt, was sich gerade auch am Kanal Gent-Terneuzen feststellen lässt. Dort ist der Wasserstand auf eine Höhe von unter 12,5 Metern gesunken, was besonders schweren Hochsee- und Küstenfrachtern in Richtung Gent-Seehafen quasi den Weg versperrt. Deshalb müssen betroffene Schiffe einen Teil ihrer Ladung bereits in Terneuzen löschen, damit sie bei der Weiterfahrt höher im Wasser liegen. Das Niedrigwasserproblem sorgt auf allen flämischen Wasserwegen für Verkehrsprobleme. 

Nach Angaben von North Sea Port, dem flämisch-niederländischen Hafenunternehmen von Gent, Terneuzen und Vlissingen, sorgt der niedrige Wasserstand an diesem Kanal bereits seit rund drei Wochen für Probleme. Unternehmenssprecher Johan Bresseleers sagte dazu gegenüber VRT NWS, dass der Wasserstand niedriger als letztes Jahr ist:

„Derzeit ist der Wasserstand viel niedriger als die normalen 12,5 Meter. Letztes Jahr hatten wir dieses Problem nur während einigen Tagen. Das ist doch jetzt sehr außergewöhnlich. Das bedeutet für eine ganze Reihe Schiffe, dass sie etwas mehr Ladung schon an der Westerschelde ausladen müssen, als das sonst der Fall ist.“

In erster Linie betrifft dies Schiffe, die dem Stahlwerk von Arcelor Mittal im Hafen von Gent Rohstoffe liefern, wie z.B. Erze. Diese Schiffe werden teilweise bereits im Hafen von Terneuzen ausgeladen, um mit weniger Fracht in ihren Zielhafen einlaufen zu können. Die vorher gelöschten Materialien werden per Zug ins Stahlwerk gebracht.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Wasserkraftwerke abgeschaltet und Tiefgang-Beschränkungen

Der Wasserstand ist inzwischen im Allgemeinen auf den Wasserstraßen im belgischen Bundesland Flandern sehr niedrig. Aus diesem Grunde wurden die Wasserkraftzentralen von Wijnegem, Olen und Ham abgeschaltet, denn diese nutzen das Wasser des Albertkanals, der wiederum unter einem niedrigen Wasserstand leidet.

An mehreren Abschnitten des flämischen Fluss- und Kanalnetzes dürfen die Binnenschiffe nur noch mit einem Tiefgang von höchstens 20 cm fahren. Zudem gruppieren die flämischen Behörde, Binnenschiffe an den Schleusen, um mehrere Schiffe gleichzeitig dort abfertigen zu können, damit der Wasserstand bei den Schleusenvorgängen nicht zu oft schwankt.