Ausstellung in Mechelen: 60 Jahre Barbie - Zwischen Spielzeug und Modeikone

Das Spielzeugmuseum in Mechelen zeigt in diesem Sommer eine ganz besondere Ausstellung. Unter der Überschrift „Barbie, 60 Jahre Modemuse“ wird die legendäre Barbie-Puppe in all ihren Lebenslagen vorgestellt. Dabei zeigt sich eine enorme Vielfalt an Trends, zeitgenössischen Ereignissen, Farben und Formen, Berufen und Tätigkeiten oder auch Entwicklungen. Nur eines verändert sich angesichts hunderter Barbie-Puppen nicht… ihr Alter.

Was für Jungs und Männer Märklin-Züge oder Matchbox-Autos sind und waren, ist für viele Mädchen und Frauen die Barbie-Puppe. Dies mag wie ein Klischee klingen, doch gute Klischees wollen auch gepflegt sein. Und solche Klischees haben im Spielzeugmuseum von Mechelen eine Heimat. In diesem Sommer zeigt dieses Museum die Geschichte von Barbie, eine Stil- und Modeikone, die wohl Millionen Mädchen und Frauen bis heute begeistert. Ja, man sieht es ihr nicht an, doch sie ist bereits 60 Jahre alt und hat schon mindestens 200 Berufe und andere gesellschaftliche Tätigkeiten hinter sich. Sie hat Trend gesetzt und ist Stilen gefolgt und ist letztendlich zu einer wahren Modeikone geworden. Ach ja, ihr ständiger Begleiter Ken ist auch immer dabei und wird auch hier nicht vergessen.

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Foto: Andreas Kockartz

Vor etwas mehr als 60 Jahren, genauer am 9. März 1959, wurde die erste Barbie-Puppe bei der Spielwarenmesse von New York - die International American Toy Fair - vorgestellt. Die erste Barbie-Puppe ist in Mechelen übrigens zu sehen (Foto ganz oben). Entworfen haben sie die Gründer der Spielwarenfirma Mattel, Ruth und Elliot Handler und ihr Geschäftspartner Harold Mattson. Ruth Handler suchte nach Ideen für eine Puppe für ihre damals 13 Jahre alte Tochter Barbara - Barbie. Gedacht hatte Ruth Handler dabei an eine 3D-Figur, die die bisher beliebten Papierversionen für Kleider für gezeichnete oder gedruckte Figuren ersetzen konnten. Inspiration fand sie dabei bei der Lilli-Puppe, einer damals populären Figur aus der deutschen Bild-Zeitung, die hier auch in einer frühen Version zu sehen ist.

Damit nahm alles seinen Lauf und diesen Lauf verfolgt die Ausstellung „Barbie, 60 Jahre Modemuse“, die alle seither möglichen Facetten dieser Geschichte zeigt. Partner dabei sind auf der einen Seite Privatpersonen mit ihren Leigaben und auf der anderen Seite das Modemuseum von Hasselt in der Provinz Limburg, dass beratend und mit Modebeispielen wichtige Bestandteile für die Ausstellung lieferte.

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Foto: Andreas Kockartz
Foto: Andreas Kockartz

Es ist wohl schwierig, wirklich alles relevante aufzuzählen, was hier zu sehen ist. Julie Van Craen, die PR-Verantwortliche des Spielzeugmuseums von Mechelen, konnte sich bei ihrer Führung durch die Ausstellung kaum zurückhalten und fand immer wieder neue Punkte und Details, die erwähnenswert wären und auch sind. Ganz nebenbei entfiel ihr mehrmals der Satz: „Die hatte ich auch als Kind. Und die hier auch…“ Schon bei ihr wurde die Begeisterung deutlich, die „Barbie, 60 Jahre Modemuse“ auslöst. Dabei muss man weder Mädchen oder Frau sein, noch ein ausgesprochener Barbie-Fan, noch ein Fashion Victim. Es ist einfach faszinierend, was hier zusammengetragen wurde.

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Foto: Andreas Kockartz

Barbie folgte vielen Trends. Sie war Hippie, Popper, US-Präsidentschaftskandidatin, Astronautin, Foto- und Modemodell natürlich, ideale Schwiegertochter und vieles mehr, wie die Mechelner Ausstellung anhand von hunderten Puppen und Figuren und noch mehr Outfits belegt. Viele Sondereditionen unterstreichen auch die Vielfalt an Ideen, der Barbie-Macher bei Mattel, die sich immer etwas neues einfallen lassen mussten, um am Spielzeugmarkt am Ball zu bleiben. Barbie hatte eine eigene Band, war bei Star Treck mit dabei, rappte mit MC Hammer, sang mit Shakira… Alle ihre Partnerinnen und Partner sind in der Ausstellung vertreten, teilweise noch in der Originalverpackung, also „unbespielt“, wie das im Spielzeugsammler-Jargon gerne genannt wird. Auch die meistverkaufte Barbie-Puppe aller Zeiten, die „Totaly Hair Barbie“ aus dem Jahr 1992 ist mit dabei.

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Foto: Andreas Kockartz

Das Barbie bis heute eine Modeikone ist, unterstreicht auch die Tatsache, dass weltbekannte Modemarken für sie Kollektionen anfertigten, wie z.B. United Colours of Benetton oder Naf Naf. Auch Modedesigner, wie Bob Mackie, Vera Wang oder Oscar de la Renta schufen für sie Kleider. Vieles von dem ist hier ebenfalls zu entdecken. Doch einer der auffälligsten Bereiche von „Barbie, 60 Jahre Modemuse“ sind Vitrinen, in denen Barbie-Puppen zu sehen sind, deren Kleider Sammlerinnen und Schneiderinnen und auch Jugendliche und angehende Designer selbst anfertigten. Hier stimmt alles bis ins kleinste Detail: Zeichnungen, Drucke, maßstabgerechte Schuhe und Handtaschen und vieles mehr. Gerade dies macht diese Ausstellung so einzigartig und zu einem echten Hingucker.

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Foto: Andreas Kockartz

„Barbie, 60 Jahre Modemuse“, ist eine vielfältige Ausstellung, bei der man - besonders Kinder - auch selbst spielerisch, zeichnerisch oder kreativ aktiv werden können. Dazu wird einiges geboten. Ansonsten sind bis zum Ende der Ausstellung am 30. November 2019 viele Aktivitäten, Workshops, Lesungen und anders mehr programmiert. Und falls sich Jungs und Männer so gar nicht für die Barbies begeistern können, ist dort gerade auch eine Lego-Ausstellung zu sehen und die ständige Sammlung des Spielzeugmuseums von Mechelen ist ohnehin sehr empfehlenswert…

„Barbie, 60 Jahre Modemuse“, noch bis zum 30. November 2019, Spielzeugmuseum Mechelen, Nekkerspoelstraat 21, B-2800 Mechelen, direkt neben dem Bahnhof Mechelen-Nekkerspoel und unweit des wunderschönen Stadtzentrums. Info: www.speelgoedmuseum.be

Foto: Andreas Kockartz
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