Zwei liberale Politikerinnen fordern Einsetzung eines Ministers gegen sexuellen Missbrauch

Carina Van Cauter und Nele Lijnen, beide von der Open VLD, fordern die Einsetzung eines Staatssekretärs oder eines Ministers gegen sexuellen Missbrauch. Die Zahl der Berichte über sexuellen Missbrauch und Pädophilie sei zwischen 2013 und 2017 von mehr als 10.000 auf mehr als 11.000 gestiegen.

Um den sexuellen Missbrauch besser bekämpfen zu können, ist ein koordinierter Ansatz erforderlich. Und es ist am besten, wenn eine Person dafür zuständig ist, so die flämische Abgeordnete Carina Van Cauter.

Berichte über sexuellen Missbrauch und Pädophilie seien in Belgien von 10.258 im Jahr 2013 auf 11.267 im Jahr 2017 gestiegen. Die Zahl der Pädophilieakten habe sich sogar verdreifacht, schreibt die Zeitung Het Belang van Limburg.

Allein in Limburg wurden in fünf Jahren viertausend Prozessakten in Zusammenhang mit Sexualdelikten angelegt. "Sexueller Missbrauch muss als Ganzes bekämpft werden", wird Nele Lijnen in der Zeitung Het Belang van Limburg zitiert. "In einer nachfolgenden belgischen Regierung muss ein Minister oder Staatssekretär sexuellen Missbrauch aktiv in seinem Portfolio haben. Fast ein Drittel der Vergewaltigungsanzeigen wird eingestellt, weil es keine ausreichenden Beweise gibt. "Deshalb fordern wir einen Rechtsrahmen für die audiovisuelle Befragung der Opfer. Opfer, die dies wünschen, sollten sich auch einem Lügendetektortest unterziehen können."