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Die Tour de France 2019 war für die Belgier ein Erfolg

21 Radprofis aus Belgien hatten sich vor drei Wochen in Brüssel aufgemacht, die Frankreichrundfahrt anzugehen. Nebenbei waren auch drei belgische Mannschaften am Start: Wanty-Gobert Cycling Team, Lotto-Soudal und Deceuninck-Quick Step. Drei belgische Etappensiege sind ein Beleg dafür, dass die mageren Jahre für den belgischen Radsport bei der Tour (hoffentlich) zu Ende sind. Für Lotto war die prestigeträchtige Sieg des Australiers Caleb Ewan am Sonntagabend auf den Champs Elysees ein krönender Abschluss. Und dass der Franzose Julian Alaphilippe 14 Tage lang in Gelb für Quick Step unterwegs war, ist wohl niemandem entgangen.

Mit sechs belgischen Fahrern war Lotto-Soudal an den Start gegangen. Mit Tiesj Benoot, Jasper De Buyst und Tim Wellens setzte Lotto auf junge ambitionierte Fahrer und mit Thomas De Gendt, Jens Keukelaire und Maxime Montfort waren Fahrer dabei, die mit über 30 Jahren sehr erfahren sind. Benoot und Wellens galten als Freibeuter. Das hatte sich ausgezahlt, denn Wellens trug 15 Tage lang das Bergtrikot und wurde in diesem Klassement Dritter.

Benoot war gleich mehrmals nach Etappen in der Top 10 vertreten und absolvierte eine gute Tour de France, auch ohne eigenen Etappensieg. Der Australier Caleb Ewans holte drei der vier Etappensiege für Lotto. Der Sieg von Thomas De Gendt in Saint-Etienne in der 8. Etappe zeigte, dass Lotto-Soudal gut aufgestellt war.

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Dicke Freunde bei Lotto: Thomas De Gendt und Tim Wellens (c) Nico Vereecken / PhotoNews

Deceuninck-Quick Step hatte in diesem Jahr die Qual der Wahl und stellte nur zwei Fahrer aus dem eigenen Land auf: Yves Lampaert und Dries Deveneyns. Beide waren Helfer für Viviani, Asgreen, Alaphilippe oder Enric Mas. Mit mehreren Etappensiegen und Julian Alaphilippe, der 14 Etappen lang in Gelb fuhr und die Tour nur knapp „verlor“, war auch Quick Step eines der erfolgreichsten Teams bei der „Großen Schleife“. 

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Deceuninck Quick-Step beim Mannschaftszeitfahren in Brüssel

Kleine Mannschaft, großes Herz

Das Wanty-Gobert Cycling Team zog mit vier Landsleuten ins Rennen. Mit Aimé De Gendt, Xandro Meurisse und Kevin Van Melsen waren eher unbekannte Fahrer dabei. Nur Frederik Backaert hat schon zwei Frankreichrundfahrten auf dem Konto. Doch auch für diese belgische Mannschaft hatte sich das Ganze gelohnt. Xandro Meurisse wurde als 21. im Gesamtklassement bester Belgier bei der Tour 2019.

Der Lütticher Kevin Van Melsen beendete die Tour als 138. in Paris, stieg vom Rad und machte seiner Lebensgefährtin prompt einen Heiratsantrag. Die Antwort lautete „Ja“. Ein schöner kleiner Toursieg, auch wenn Van Melsen exakt 4 Stunden Rückstand auf den Toursieger Egan Bernal hatte…

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Kevin Van Melsen: Heiratsantrag nach drei Wochen Frankreichrundfahrt

Drei belgische Etappensiege

Dass auch die niederländische Mannschaft Jumbo-Visma eine gute Tour fahren konnte, ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass deren Fahrer Steven Kruiswijk Gesamtdritter wurde. Der Belgier Wout Van Aert zeigte bis zu seinem schweren Sturz eine besondere Leistung. Er gewann u.a. die 10. Etappe in Albi. Bis zu seinem Sturz in Pau war er für Jumbo-Visma eine wichtige Stütze und von ihm ist noch einiges zu erwarten, wie Fachleute behaupten. Inzwischen hat er nach zwei Operationen das Krankenhaus wieder verlassen und darf nach zwei Monaten Reha vielleicht schon wieder auf ein Rad steigen.

Dylan Teuns gewann für seine Bahrein Merida-Mannschaft am 11. Juli in La Planche des Filles die 6. Etappe.

Die Resultate der Belgier im Endklassement: Xando Meurisse 21., Laurens De Plus 23., Greg Van Avermaet 36., Jasper Stuyven 43., Dylan Teuns 44., Tiesj Benoot 59., Thomas De Gendt 60., Oliver Naesen 68., Tim Wellens 94., Dries Devenyns 97., Jens Keukelaire 98., Jasper De Buyst 118., Frederik Backaert 102., Yves Lampaert 133., Aimé De Gendt 136., Kevin Van Melsen 138., Maxime Montfort 142. und Jens Debusschere 153. 

Dylan Teuns gewinnt die 6. Etappe in La Planche 2019 Getty Images

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