Zugverkehr durch Brüssel ab Herbst ernsthaft gestört

Wenn Sie mit dem Zug nach Brüssel kommen, müssen Sie im Herbst mit vielen Unannehmlichkeiten rechnen. Von Mitte Oktober bis Mitte November plant der Schienennetzbetreiber Infrabel Arbeiten auf der Nord-Süd-Verbindung, so dass täglich Dutzende von Zügen nicht fahren können. Laut der Zeitung De Tijd werden davon Zehntausende Pendler betroffen sein.

Infrabel arbeitet seit vielen Jahren an der Erneuerung der Infrastruktur am Bahnhof Brüssel-Midi. Im Frühjahr 2017 wurden die Weichen und Signalanlagen auf der Nord-Süd-Verbindung modernisiert, jetzt ist die Südseite des Bahnhofs an der Reihe. Die Arbeiten seien notwendig, um einen pünktlichen und sicheren Zugverkehr zu gewährleisten, heißt es bei Infrabel. „Schließlich sind wir hier an der verkehrsreichsten Kreuzung unseres Schienennetzes. Etwa ein Drittel aller Personenzüge fährt über die Nord-Süd-Verbindung", so Frédéric Petit von Infrabel.

Infrabel sei sich bewusst, dass die Unannehmlichkeiten erheblich sein werden, heißt es noch. Die Kapazität auf der Nord-Süd-Verbindung werde begrenzt sein. "Die bestmöglichen Lösungen für Zugreisende werden derzeit geprüft", so Petit. "Es ist nicht so, dass alle Spitzenzüge gestrichen werden müssen."

Der Infrastrukturbetreiber Infrabel reagierte am Dienstag auch noch mit den Worten, dass "der Zweck der durchgeführten Arbeiten nicht darin besteht, den Verkehr in Brüssel zu lähmen." Ziel sei es, die Auswirkungen auf die Fahrgäste so weit wie möglich zu begrenzen, so der Netzbetreiber.

"Wir bedauern daher, dass wir den Reisenden zum jetzigen Zeitpunkt keine genaue Antwort geben können", erklärte Infrabel. "

Ein Kommunikationsproblem?

Die Eisenbahngesellschaft NMBS muss den Fahrplan der Züge anpassen. Sie sagt in De Tijd, dass sie erst vor drei Monaten über die Maßnahme informiert worden sei und dass es sie „eiskalt erwischt habe“.

Laut Petit laufen die Diskussionen über die Modernisierungsarbeiten jedoch schon seit November 2017. "Seitdem fanden mehrere Arbeitsgruppensitzungen mit den Kollegen der NMBS statt, um eine Bestandsaufnahme der Situation vorzunehmen und zu sehen, welche Auswirkungen dies auf den Schienenverkehr haben wird. Ziel ist es, die bestmögliche Lösung für den Fahrgast zu finden."

Die Fahrgastorganisation TrainTramBus reagierte ebenfalls: "Es ist nicht das erste Mal, dass es zu einer Fehlkommunikation zwischen NMBS und Infrabel kommt", sagte Peter Thoelen von der Fahrgastorganisation. Er befürchtet, dass der Fahrgast wieder Opfer der Situation sein werde. "Wir befürchten, dass die Passagiere nicht ausreichend darüber informiert werden, wie sie an ihr Ziel kommen.“

Auch die Bahngewerkschaft ACOD kritisiert die schlechte Kommunikation zwischen Infrabel und der Bahn. Die sei seit der Aufteilung der Aktivitäten im Jahr 2005 auf die eigenständischen Gesellschaften NMBS und Infrabel ein strukturelles Problem auf Führungsebene.