Keine Gefängniskleidung mehr in Belgien

Ab dem 1. Juli nächsten Jahres dürfen alle Gefangenen in Belgien ihre eigene Kleidung tragen. In einigen Gefängnissen ist dies bereits möglich, aber in anderen müssen die Gefangenen noch die graue Gefängniskleidung anziehen.

Die Gefangenen bekommen zudem einen Kleiderschrank in ihre Zelle gestellt und müssen ihre eigene Kleidung waschen. Aus diesem Grund wurden in allen Gefängnissen Waschmaschinen installiert. Das Tragen der eigenen Kleidung soll es leichter machen, sich nach Absitzen einer Strafe wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

„Leider wird immer noch viel zu oft davon ausgegangen, dass die Interessen der Häftlinge denen der Gesellschaft stets gegenüberstehen. Das ist hier nicht der Fall“, betont die Professorin für Kriminologie an der Brüsseler Universität VUB, Sonja Snacken, in der VRT. „Je künstlicher die Situation in einem Gefängnis ist, desto schwieriger ist es hinterher für den Häftling, sich wieder in die Gesellschaft einzufügen.“

„Wenn der Gefangene im Gefängnis überleben will, muss er sich an die Situation dort anpassen. Wenn sich diese aber von der Situation draußen unterscheidet, wird es für ihn schwieriger, dorthin zurückzukehren.“

Nicolas Maeterlinck