Was verändert sich ab dem 1. August?

Jeder Monat bringt Veränderungen mit sich. So auch der Monat August. Ab sofort gibt es zum Beispiel erstmals eine automatische Schulbeihilfe, Beamte können flexibleren Elternurlaub beantragen und jeder, der eine Heimbatterie besitzt, kann eine Prämie beantragen. Schließlich dürfen in Cafés nur noch maximal 4 Spielautomaten genutzt werden.

Erstmals automatische Zahlung eines Schulzuschlags

Der September ist traditionell ein teurer Monat, vor allem für Eltern mit schulpflichtigen Kindern. Die Regierung hilft deshalb Familien, die es finanziell schwer haben, indem sie ihnen eine Schulgeldzulage zahlt.

Die Schulbeihilfe ersetzt das bisherige Erziehungsgeld und ist Teil des Wachstumspakets, das heißt des ehemaligen Kindergeldes. Familien mit Kindern in flämischen Kindergärten, in Grund- oder Sekundarschulen und in der Hochschulausbildung haben Anspruch auf die Beihilfe.

Regierung untersucht von sich aus, wer Anspruch auf den Zuschlag hat

Der größte Vorteil? "Das Schulgeld wird automatisch gewährt", sagt Nele Wouters vom Familienamt. "Eltern müssen keinen eigenen Antrag stellen. Der Grund hierfür ist, dass die Regierung von sich aus untersuchen wird, wer Anspruch auf die Vergütung hat."

Wann ist das Geld auf dem Konto? "Familien, die nur Kinder unter 18 Jahren haben, erhalten die Zulage im Laufe des Septembers oder Oktobers", so Wouters. "Familien, die auch Kinder haben, die über 18 Jahre alt sind, erhalten die Vergütung zwischen Ende Oktober und Dezember. Wie viel man bekommt, hängt von der Zusammensetzung der Familie ab."

 

Das Stipendium für die Hochschulausbildung muss allerdings nach wie vor bei der Abteilung für Studienbeihilfe des Bildungsministeriums beantragt werden. 

 

Ein halber Tag Elternzeit pro Woche? Ab sofort auch für Lehrer möglich

Neu ab dem 1. August ist auch, dass Mitarbeiter im öffentlichen Dienst einen halben Tag Elternurlaub pro Woche oder einen Tag alle zwei Wochen nehmen können.

"Mit dieser Maßnahme wollen wir, dass Eltern ihren Elternurlaub flexibler nehmen können", so der ausscheidende Arbeitsminister Wouter Beke (CD&V). "Lehrer können zum Beispiel sicherstellen, dass sie am Mittwochmorgen zu Hause sind.“

Für Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft gilt diese Regelung bereits seit dem 1. Juni. Allerdings scheint die Maßnahme vorerst keinen großen Erfolg zu haben: Im Juni nutzten nur 52 Personen diese Möglichkeit.

Die Sozialtarife für Energie werden in diesem Jahr nicht steigen

Der Sozialtarif für Energie ist ein günstiger Tarif für Menschen mit einem Niedrigeinkommen, einer Invalidenrente oder für ältere Menschen mit einem garantierten Einkommen. Er bietet den niedrigsten kommerziellen Tarif auf den Versorgungsmärkten für Strom und Erdgas. Die Energieaufsichtsbehörde (CREG) berechnet die Preise für "Sozialverbraucher" zweimal jährlich, traditionell im Februar und August.

Bis Ende letzten Jahres sind die Energiepreise stark gestiegen. Infolgedessen würde sich der Sozialtarif nach der Neuberechnung am 1. Februar 2019 erheblich verteuern. Die Sozialämter schlugen jedoch Alarm, weil sie befürchteten, dass mehr Menschen ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen könnten. Es wurde daher beschlossen, die Sozialtarife für den Zeitraum vom 1. Februar bis 31. Juli 2019 einzufrieren.

 

Stellte sich die Frage, ob die neue Kalkulation im August zu einem Anstieg der Preise führen würde. Schon jetzt ist der Strom nämlich teurer geworden, im Durchschnitt etwa 6 bis 11 Prozent. Doch hat die Regierung ein weiteres Mal beschlossen, den Tarif nicht zu erhöhen. Damit müssen die Sozialverbraucher nicht mehr bezahlen für ihren Strom. Für Gas werden die Tarife sogar um etwa 10 Prozent sinken.

 

Prämie für Heimbatterie

Ab diesem Monat können Besitzer einer Heimbatterie eine Prämie beantragen. Diese Batterien sind besonders interessant für Besitzer von Solarzellen. Die erzeugen tagsüber Energie, aber diese Energie wird nur selten genutzt. Mit einer Batterie können Sie den Strom speichern und zu einem anderen Zeitpunkt nutzen.

 

Ein Heim-Batteriespeicher kostet jedoch einiges: im Durchschnitt zwischen 4.000 und 10.000 Euro. Die flämische Regierung gewährt nun eine Prämie von bis zu 3.200 Euro. Allerdings sind Bedingungen daran geknüpft. Zum Beispiel muss man ein digitales Messgerät haben und die Batterie muss umweltfreundlich sein. Die ausscheidende Energieministerin Lydia Peeters (Open VLD) ist vom System ‘Batterie und Prämie‘ überzeugt: "Der Preis einer Batterie ist heute noch sehr hoch im Vergleich zu ihrem Wirkungsgrad, aber mit einer Prämie ist der Kauf einer Batterie schneller möglich." 

 

Nur noch maximal vier Spielautomaten pro Café

Ab dem 1. August darf ein Café nur noch maximal vier Spielautomaten aufstellen. Genauer gesagt handelt es sich um zwei Bingo-Automaten oder Einkugelmaschinen und zwei "Automaten mit reduziertem Einsatz".

Eine weitere neue Bedingung ist, dass nur Erwachsene an Spielautomaten spielen dürfen. Jeder Spielautomat kann daher nur mit einem Personalausweis gestartet werden. Dadurch wird es möglich, das Alter des Spielers zu überprüfen.

 

Der Glücksspielausschuss hat angekündigt, dass es ab dem 1. August zu Kontrollen kommen könne. Auch Städte und Gemeinden können die Cafés, in denen Spielautomaten stehen, überprüfen.