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Flandern verpasst die eigene Zielsetzung in Sachen Ökostrom

Dem belgischen Bundesland Flandern will es nicht gelingen, die eigenen Zielsetzungen für die Produktion von umweltfreundlichem und nachhaltigem Strom zu erreichen. Die Flämische Energieagentur (VEA) rechnet vor, dass 2018 das Ziel knapp verfehlt wurde und prognostiziert, dass dies auch im laufenden Jahr passieren wird. Bis 2020 wollte Flandern einen Anteil von über 40 % an grünem Strom erreichen.

Laut Flämische Energieagentur (VEA) verpasste Flandern die Zielsetzung für den Anteil an grünem Strom mit 8.461 Gigawattstunden (GWh) im vergangenen Jahr um 2,2 % und für das laufende Jahr 2019 sieht es nicht besser aus. Hier wird die Zielsetzung wohl um bis zu 2,6 % verpasst, denn es wird dieses Jahr eine Ökostrommenge von „nur“ 8.650 GWh zusammenkommen.

Eigentlich hatte die scheidende flämische Landesregierung in ihrem Koalitionsabkommen vorgesehen, dass Flandern bis 2020 einen Ökostromanteil von mehr als 40 % erreichen werde. Die Zielsetzung lag (und liegt noch) bei 10.519 GWh. 2016 lag die produzierte Ökostrommenge hierzulande noch bei 7.365 GWh.

Sicher ist allerdings, dass die Produktion von umweltfreundlichem und nachhaltigem Strom in Flandern weiter steigt, doch die eigenen Ziele der Landesregierung werden seit 2017, als man mit einer Menge von 7.933 GWh den Ökostromanteil noch so gerade erreichen konnte, knapp verpasst. Im vergangenen Jahr sorgte das besonders sonnige Wetter dafür, dass der Solarstromanteil in der Produktion um etwa 5 % überschritten wurde. In Sachen Windenergie wurde das Ziel um 0,8 % äußerst knapp verpasst. 

Biomasse ist nicht mehr interessant

Bei Energie aus der Verbrennung von Biomasse (8 % unter der Zielsetzung) und bei Biogas (11 % unter der Zielsetzung) allerdings hapert die Produktion in Flandern. Die Produktion von Elektrizität aus Biomasse geht deutlich zurück, da hier nur noch wenig investiert wird (stillgelegte Anlagen und Projekte, die nicht mehr umgesetzt werden), doch beim Biogas gehen Experten von bald steigenden Produktionszahlen aus, auch wenn das VEA derzeit noch davon ausgeht, dass hier die angepeilten Zielvorgaben nicht erreicht werden können.

Flämisches Fernziel ist bis 2030 jährlich bis zu 300 Megawattstunden (MWh) an Sonnenergie hinzuzubekommen und bis zu 150 MWh an Windenergie. Doch in Sachen Windkraftanlagen auf dem Festland ist ein akuter Mangel an geeigneten Standorten ein Hindernis. 

Ökostrom bei den flämischen Verbrauchern beliebter

Der Anteil an Ökostrom (entweder aus dem eigenen Land oder importiert), der flandernweit an die privaten Haushalte geliefert wurde, ist im vergangenen Jahr gestiegen, wie der Flämische Energieregulator (VREG) dazu meldet. 2018 lag der Anteil an Ökostrom bei privaten Verbrauchern in Flandern bei 44,5 %. Im Jahr davor lag dieser Wert bei 31,76 %.

„2018 war das Jahr der grünen Energie“, so VREG. 31 % der gelieferten Elektrizität kam 2018 aus Kernenergie und 24 % aus fossilen Brennstoffen, wie Kohle. VREG konstatiert in diesem Zusammenhang, dass das Bewusstsein der Verbraucher in Flandern in Sachen nachhaltiger Energie deutlich angestiegen ist.

Doch nur etwa 22 % des Ökostroms in Flandern wird im Land selbst produziert. Der Löwenanteil wird in erster Linie aus Skandinavien importiert. Hier wird dieser Strom aus Biomasse, Biogas und auch aus Erdwärme gewonnen. Rund die Hälfte des nach Flandern gelieferten Ökostroms kommt nach Angaben von VREG aus der Wasserkraft.