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Belgien setzt die Unterstützung für die UN-Organisation für Palästina aus

Die geschäftsführende belgische Bundesregierung hat die Unterstützung für die Hilfsorganisation der Vereinten Nationen für Flüchtlinge aus Palästina, UNWRA, bis auf weiteres ausgesetzt. Dies meldet das flämische Nachrichtenmagazin Knack in seiner aktuellen Ausgabe. Grund für diesen Schritt ist ein negativer interner Bericht über die Organisation, der besagt, dass sich führende Köpfe der UNWRA sexuellen Missbrauchs, Machtmissbrauchs und „Nepotismus“ schuldig gemacht haben.

Der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera hatte in dieser Woche über den internen Rapport bei UNWRA berichtet. Darin wird ein besonders schlechtes Licht auf Teile der Führungsriege geworfen. Unter anderen soll sich auch der Generalkommissar dieser Einrichtung der Vereinten Nationen, der Schweizer Pierre Krähenbühl, an diesen Missständen beteiligt haben. Die UN-Behörden haben inzwischen eine unabhängige Untersuchung der Vorgänge bei der Flüchtlingshilfe für Palästinenser auf den Weg gebracht.

Die scheidende belgische Regierung hatte am Donnerstag beschlossen, nach dem Knack über diese Angelegenheit berichtet hatte, die finanziellen Beiträge unseres Landes für die UNWRA vorerst auszusetzen. Noch-Entwicklungshilfeminister Alexander De Croo (Open VLD) gab an, dass es sich dabei nicht um den bereits festgelegten Beitrag von 6,25 Mio. € handelt, der für dieses Jahr bereits überwiesen worden sei, sondern über einen zusätzlichen Betrag von 5,35 Mio. €, den Belgien aus eigener Initiative für die Hilfe für palästinensische Flüchtlinge freimacht.

An diesem Freitag findet in Jerusalem eine Geberkonferenz für die UNWRA statt, an der auch Vertreter aus Belgien teilnehmen. Laut De Croo werde man den internen Rapport über die Missstände bei der UN-Organisation zur Sprache bringen: „Wenn die Behauptungen stimmen, dann ist dies total unannehmbar.“