Bier aus Rochefort: Abtei gewinnt Rechtsstreit gegen Kalkproduzent über die Wasserrechte

Die Pater der Abtei Rochefort in der Provinz … haben vor dem Zivilgericht von Marche-en-Famenne ein Verfahren über die Wasserrechte gegen den Kalkproduzenten Lhoist gewonnen. Dabei ging es in erster Linie um die Nutzungsrechte und um die Qualität des Wasser aus der Tridaine-Quelle. Dieses Wasser trägt nach Ansicht der Pater zur besonderen geschmacklichen Qualität der Rochefort-Trappistenbiere, die in der Abtei gebraut werden, bei.

Die Richter in Marche-en-Famenne urteilten jetzt, dass Kalkproduzent Lhoist aufgrund eines Dokumentes aus dem Jahr 1833 die Quelle, aus der die Pater der Abtei Rochefort ihr Wasser zum Brauen gewinnen, nicht für ihre Zwecke nutzen darf. Lhoist will die Kalkgrube „Boverie“ in Rochefort vertiefen, um damit bis 2046 dort Kalkstein abzubauen.

Im Vorfeld will Lhoist, eines der reichsten Familienunternehmens in Belgien, Testbohrungen durchführen, um Wasser aus tiefergelegenen Quellen bzw. aus einem unterirdischen Wasserbecken abzupumpen. Dieses Becken jedoch speist auch die Tridaine-Quelle, aus der das Brauwasser der Abtei gewonnen wird. Lhoist hat dazu von der wallonischen Landesregierung eine Genehmigung erhalten, doch diese haben die Pater angefochten.

Die Pater führten an, dass die Aktivitäten von Lhoist negative Folgen für die Qualität des Grundwassers haben wird - also auch für den Geschmack ihres Traditionsbieres. Sie legten dazu einige Dokumente vor, die ihr Recht fundieren sollten. Dazu gehörten einige Abmachungen, die die Lhoist-Gruppe vor einigen Jahren in diesem Sinne unterzeichnet hatte, und ein historisches Dokument aus dem Jahr 1833.

Diese über 180 Jahre alte Akte besagt, dass Lhoist Eigner der Quelle und der Wasserbecken unter der Kalkgrube ist. Doch es besagt auch, dass das Unternehmen keine Anpassungen durchführen darf, die den Weg, den das Wasser auf natürliche Weise nimmt, zu beeinflussen.

Der Anwalt der Lhoist-Gruppe zeigte sich nach der Urteilsverkündung im Sinne der Pater von Rochefort überrascht und kündigte an, dass seine Mandanten möglicherweise in Berufung gehen werden. Seiner Ansicht nach verfügen die Bier brauendenden Pater erst dann über die Wasserrechte, sobald das Wasser das Grundstück der Abtei erreicht hat…