Scheitert der Bau von vier Gaskraftwerken in Flandern?

Das Energieunternehmen EG Luxemburg, eine Filiale von BTK Invest, hatte mit Hilfe von Qatargas angekündigt, insgesamt vier neue Gaskraftwerke in Flandern zu bauen. Zwei davon sollten auf dem Gelände des stillgelegten Kohlekraftwerks Langerlo bei Genk (Foto) in Limburg entstehen. Ob daraus noch etwas wird, ist fraglich, denn die Stadtverwaltung von Genk hat von dem Projekt nichts mehr gehört.

Mitte Mai hatte EG Luxemburg gemeinsam mit seinen Partnern angekündigt, vier neue und klimaneutrale Gaskraftwerke in Flandern zu bauen. Standorte sollten Langerlo bei Genk in Limburg und Vilvoorde in Flämisch-Brabant sein. Ziel sollte sein, so viel Energie zu produzieren, wie vor der Abschaltung stehende Kernkraftwerke.

Die Betreiber und deren Partner wollten 2,5 Mio. € investieren, was sowohl die belgische Bundes- als auch die flamische Landesregierung freute. Bis Mitte Juni sollte Klarheit herrschen. Doch jetzt wurde bekannt, dass das ehemalige e.on-Kraftwerk in Langerlo abgerissen werden soll, um Platz für neue Unternehmen zu schaffen.

Davon war sogar Genks Bürgermeister Wim Dries (CD&V) überrascht. Der hatte gehofft, dass hier Gaskraftwerke entstehen. Inzwischen wurde auch bekannt, dass Qatargas mit dem Projekt zu tun hat.

Belgiens Stromnetzbetreiber Elia gab zudem an, nur eine Anfrage für einen Anschluss für ein Gaskraftwerk in Vilvoorde erhalten zu haben. Auch dort waren zwei Anlagen geplant. In den zuständigen Behörden hieß es dazu, dass man auch nichts wisse. Die Frage ist, ob das Projekt tot ist oder ob sich noch irgendetwas ergibt.

Die geplanten Alternativen für die Zukunft der Energieversorgung im Zuge des belgischen Atomausstiegs erhalten damit einen empfindlichen Rückschlag. Belgien setzt in hohem Maße auf Gaskraft. Doch einmal mehr ziehen sich die Alternativen für die Kernkraft und für fossile Energiegewinnung in die Länge.

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