Birnenbaumplagiat: Limburgischer Obstbauer muss nach Urteil fast 4.000 Bäume roden

Einer Gerichtsentscheidung zufolge muss ein Obstbauer aus dem Haspengouw in der flämischen Provinz Limburg bis zu 3.870 Birnenbäume wegen Verletzung der Pflanzensortenrechte roden. Der Erzeuger nutzte Veredelungen von einem anderen Erzeuger ohne Erlaubnis. Hierbei handelt es sich um die Frühbirnensorte Corina.

Wie verschiedene Fachmedien berichten, entschied ein Antwerpener Gericht, dass bewiesen wurde, dass der Limburger Obsterzeuger Birnen ohne Genehmigung der Rechtsinhaber anbaut, und fällte Ende Juni sein Urteil.

Genau wie in der Musik- oder Filmindustrie gibt es in dem Obstsektor Rechte des geistigen Eigentums, deshalb wollte der Richter ein Exempel statuieren. Der Rechtsanwalt des Erzeugers hat gegen die Entscheidung Widerspruch eingelegt.

Hitze und Trockenheit macht limburgischen Obstbauern zu schaffen

Im  flämischen Obstanbau werden die Folgen der vergangenen Hitzetage allmählich deutlich und die Auswirkungen der hohen Temperaturen und der extremen Bestrahlung durch die Sonne sind oft deutlich sichtbar. Der hiesige Bauernbund berät sich nun mit der Regierung, um zu sehen, ob der Gartenbausektor Entschädigung von dem Landwirtschaftskatastrophenfonds für diesen Schaden einfordern kann.

Viele Äpfel und Birnen wurden in der limburgischen Obstanbauregion von der Sonne verbrannt. „Die Experten und ich sind auch von dem großen Schaden überrascht“, erklärte die liberale Politikerin  Hilde Vautmans (Open VLD) in Sint-Truiden. „Wir dachten, dass nur die Äpfel und Birnen draußen oder oben an den Bäumen geschädigt wären, aber es sind viel mehr Früchte betroffen“.

Die Hitzewelle der letzten Woche war für die Landwirtschaft und den Gartenbau katastrophal. Während die Zahlungen für die Hitzewelle 2018 noch gut in Gang kommen müssen, haben die Erzeuger bereits neue Probleme.

„Der finale Schaden, der durch die Trockenheit und die Hitze Ende Juli verursacht wurde, wird erst bei der Ernte offensichtlich werden“, sagte Vanessa Saenen, Sprecherin des Bauernbundes. „Viele Früchte haben Verbrennungsspuren und sind nicht länger für den Verkauf an die Kunden geeignet. Wir werden erst wissen, ob sie noch weiterbearbeitet werden können, wenn sie gepflückt sind.“  (Quelle: fruchtportal.de)