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Brussels Airport: Gepäckchaos wird viel Geld kosten

Das Chaos, dass am vergangenen Wochenende durch Pannen am Gepäckband im Brussels Airport in Zaventem entstanden ist, wird den Flughafen viel Geld kosten. Alleine die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines rechnet mit einem Schaden von 1,5 bis 2 Mio. €. Ob betroffene Fluggesellschaften Klage gegen den Flughafen einreichen wird, ist nicht bekannt. Bisher hat es offenbar noch keine Forderungen gegeben. 

Am Samstag hatte offenbar ein Riemen eines Gepäckstücks, dass sich in einem Zahnrad des Gepäckbandes am Brussels Airport verklemmt hatte, für ein Chaos enormen Ausmaßes gesorgt. Tausende Koffer und Reisetaschen oder andere Reiseutensilien konnten ihre Maschinen nicht erreichen. Die Urlauber mussten lediglich mit ihrem Handgepäck die Reise antreten, denn das Gepäck musste nachgesendet werden. Zahlreiche Flüge starteten mit deutlichen Verspätungen. 

Es mögen nach letzten Schätzungen zwischen 7.000 und 8.000 Gepäckstücken gewesen sein, die in Brüssel zurückbleiben mussten. Noch rund 500 Stück warteten am Mittwochmorgen auf ihre Weiterreise. Dabei handelt es sich nach Angaben eines Flughafensprechers um Gepäckstücke, die zu Zielen gebracht werden, die nur ein oder zweimal pro Woche von Brüssel aus angeflogen werden. Diese sollen aber bis spätestens Mittwochabend auf den Weg gebracht werden, hieß es dazu weiter.

Die Unkosten, die bei den Reiseveranstaltern und den betroffenen Fluglinien entstehen, sind hoch. Gepäckstücke müssen per Flugzeug nachgesendet werden, um anschließend zu den Hotels oder anderen Aufenthaltsorten der Fluggäste gebracht werden. Und die betroffenen Reisenden haben ein Anrecht darauf, dass ihnen z.B. Kleidungsstücke oder Hygieneartikel, die sich erwerben mussten, weil sie ohne Gepäck anreisten, erstattet werden. Alleine Brussels Airlines schätzt diese Unkosten auf 1,5 bis 2 Mio. €.

Brussels Airport ist ein sehr guter Partner."

Pressemitteilung von TUI Fly Belgium

Doch Klage einreichen, um diese Unkosten vom Verursacher erstattet zu bekommen, will man bei Brussels Airlines vielleicht nicht. Auch TUI Belgium erlitt einen Schaden durch das Gepäckchaos. Am Wochenende wurde der Schaden hier auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt, doch auch hier verzichtet man wohl auf eine Klage, wie mitgeteilt wurde: „Brussels Airport ist ein sehr guter Partner. In dieser Woche werden wir zusammensitzen, um zu schauen, wie wir diese Zusammenarbeit verbessern können.“

Und doch hat Brussels Airport ein Problem mit der technischen Sicherheit im Gepäckbereich. Dies war nicht das erste Mal, dass so etwas passiert ist. Unglücklich war jetzt, dass die Panne ausgerechnet am verkehrsreichsten Wochenende des Jahres stattfand, am Juli-August-Wechselwochenende.

Hinzu kommt noch die Streikanfälligkeit bei Subunternehmen, die in der Gepäckabfertigung aktiv sind. Einige der noch nicht zugestellten Koffer liegen im Aufgabenbereich von Swissport und Aviapartner. Hier sorgen Personalengpässe durch Krankmeldungen in diesen Tagen für zusätzliche Probleme.