Das Wasser wird knapp - auch und gerade in Flandern

Wissenschaftler des World Resources Institute haben den Zusammenhang zwischen dem steigenden Wasserverbrauch auf der Welt und dem Klimawandel untersucht und dabei auch die Regionen weltweit angedeutet, in denen es besonders problematisch ist oder noch werden wird. Dazu gehört auch Belgien und hier besonders das Bundesland Flandern. 

Über neue hydrologische Modelle haben Wissenschaftler des World Resources Institute herausgefunden, dass sich der weltweite Wasserverbrauch seit den 1960er Jahren verdoppelt hat. Und nur ein Viertel der Weltbevölkerung verbraucht 80 % der weltweiten Wasservorräte. Hinzu kommen anhaltende Trockenheitsperioden, die nicht zuletzt von Klimawandel verstärkt werden.

Wer an Wasserknappheit denkt, der denkt an Nordafrika, an den indischen Subkontinent, an Südafrika, doch Wassermangel und entsprechende Versorgungsengpässe findet man auch gleich neben der Haustüre. Laut World Resources Institute ist auch Belgien davon betroffen und hier ganz besonders Flandern. Belgiens steht im Rapport des Institutes auf dem 23. Platz von 164 Ländern in der Kategorie „hoher Wassermangel“. Flandern ist hier die einzige Region in Westeuropa die genannt wird, denn es gilt hier „extremer Wassermangel“.

Die schlechte Situation hier ist schon eine ältere Qual. Doch mit der Klimaerwärmung und der extremen Trockenheit der vergangenen Sommer erkennen wir die echten Auswirkungen davon.“

Prof. Patrick Willems, KU Leuven

Das belgische Bundesland Flandern ist eine der am dichtesten bevölkerten Regionen, mit großen städtischen Ballungsräumen, riesigen Industrieparks und intensiver Landwirtschaft. In einer Reaktion auf die Studie des World Resources Institute sagt Prof. Patrick Willems von der Universität Löwen (KU Leuven), ein Dozent  für Wasserbaukunde, gegenüber VRT NWS: „Die schlechte Situation hier ist schon eine ältere Qual. Doch mit der Klimaerwärmung und der extremen Trockenheit der vergangenen Sommer erkennen wir die echten Auswirkungen davon.“

Professor Willems empfiehlt dringend, Maßnahmen zu ergreifen, wie z.B. das Speichern von Regenwasser, in dem man dieses durch den Boden filtert, um es ins Grundwasser fließen zu lassen. Es gelte auch, mehr Auffangbecken zu errichten und den Landwirten zu raten, weniger Wasser zu verbrauchen. Vorhandenes Nutzwasser müsste zudem häufiger wieder genutzt werden, z.B. in der Landwirtschaft, in der Industrie und auch in den privaten Haushalten.