Fiktive Wohnsitze in Monaco werden teuer: Steuer fordert 100 Mio. € ein

Die belgische Steuerfahndung fordert insgesamt 99,6 Mio. € von 147 Belgiern nach, die im vergangenen Jahr behauptet haben, ihr Wohnsitz sei in Monaco (Foto). Dabei handelt es sich in erster Linie um gut betuchte Landsleute, die wohl nur fiktiv in Monaco gemeldet sind, um dort von Steuervorteilen genießen zu können. Doch die Betroffenen haben die Rechnung ohne den Wirt, sprich ohne den belgischen Fiskus gemacht und werden jetzt zur Kasse gebeten.

Seinen Wohnsitz in Monaco zu haben, bietet bedeutende Steuervorteile. So wird in diesem Steuerparadies keine Einkommenssteuer verlangt und auch beim Vererben oder beim Verschenken von Kapital oder von Liegenschaften werden dort keine Abgaben verlangt.

Wenn man als Belgier aber Recht auf diese fiskalen Vorteile haben will, dann muss man dort nicht nur offiziell gemeldet sein, sondern auch effektiv dort wohnen, bzw. leben. Andernfalls wird dies als Steuerhinterziehung, sprich als Steuerbetrug angesehen und vom belgischen Fiskus verfolgt.

2017 hatte die belgische Steuerfahndung beschlossen, spezifisch nach Landsleuten, die angeben, ihren Wohnsitz in Monaco zu haben, zu suchen. Dabei wurde untersucht, ob Umzüge von Belgien nach Monaco tatsächlich vollzogen wurden oder ob sich die Betreffenden nach wie vor überwiegend weiter in Belgien aufhalten. Bei Zweifeln wurde eine offizielle Ermittlung auf den Weg gebracht.

Einfach ist dies nicht zu beweisen, wie Francis Adyns, der Sprecher des belgischen Finanzministeriums gegenüber VRT NWS angab: „Per Definition haben wir es hier mit vermögenden Personen zu tun, die viele Möglichkeiten haben, Verschleierungen aufrecht zu halten. Dies verlangt auch die Mitarbeit von lokalen Behörden und Instanzen.“

2018 führten entsprechende Ermittlungen über Belgier, die zu Unrecht einen offiziellen Wohnsitz in Monaco geltend machten, zu 98 Dossiers mit einer Gesamtsumme von 66,4 Mio. €. Dieses Jahr haben das Finanzamt und die Steuerfahndung dem weitere 49 Fälle hinzugefügt, die 33,2 Mio. € betreffen. Finanzamtssprecher Adyns nannte dies „einen großen Erfolg.“ Den Betroffenen stehen neben Steuernachzahlungen auch Bußgelder ins Haus und auch höhere Steuern auf die hinterzogenen Beträge, als üblich.