Das Wappen des belgischen Königshauses ist jetzt dreisprachig

Belgiens König Philippe hat im Zuge der Feierlichkeiten zum belgischen Nationalfeiertag, dem 21. Juli, ein Dekret unterzeichnet, nach dem das neue Wappen des Königshauses dreisprachig wird. 189 Jahre lang stand dort lediglich der Wahlspruch: „L’Union fait la Force“ in Französisch. Doch auf dem neuen Wappen sind die drei Landessprachen zu lesen.

Das neue Wappen des belgischen Königshauses weist die drei Landessprachen auf: „L’Union fait la Force“ in Französisch, „Eendracht maakt Macht“ in Niederländisch und „Einigkeit macht stark“ in Deutsch (Illustration unten). Die einsprachig frankophone Version des Wappens der belgischen Royals war eigentlich schon lange überholt. Das hat König Philippe wohl selbst eingesehen.

Seit seiner Thronbesteigung nutzt Philippe in seinen Reden und Ansprachen an die Nation konsequent alle drei hierzulande gesprochenen Sprachen, auch Deutsch. Während sein Vater, Albert II., z.B. bei seiner Neujahrsansprache oder am Nationalfeiertag lediglich einige Sätze in Deutsch sagte, liest Philippe heute seine Rede immer auch vollständig in Deutsch vor - und dies gar nicht mal so schlecht.

König Philippe zeigt mit diesem Schritt, dass er tatsächlich König aller Belgier sein will und ist. Und er modernisiert die Royals damit, denn er legt auch alte und längst überholte Gewohnheiten ab.

Im deutschsprachigen Ostbelgien wird dieser Schritt begrüßt. Gegenüber der deutschsprachigen Tageszeitung Grenzecho sagte DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG): „Wir begrüßen, dass die deutsche Sprache offiziell in das Wappen des Königs aufgenommen wurde. Es zeugt davon, dass der König die Deutschsprachigen nicht nur ernst nimmt, sondern auch besonders wertschätzt.“

Paasch erinnerte daran, dass König Philippe dies auch zuletzt bei seinem Besuch in Deutschland betont habe. Hier habe er die Brückenfunktion der Menschen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zwischen Belgien und dem deutschsprachigen Europa ausdrücklich hervorgehoben.

Inzwischen hat König Philippe auch kein Problem mehr damit, die Wurzeln seiner Vorfahren aus Sachsen zu erwähnen. Die belgischen Royals stammen von Sachsen-Coburg ab, doch davon wollte König Albert I. in den 1920er Jahren nach den Grauen des Ersten Weltkriegs nichts mehr wissen. Doch heute sind die Verbindungen zwischen Belgien und Deutschland bestens und frei von jeglicher historischer Verurteilung.