Unerwarteter Riesenpanda-Nachwuchs im Tierpark Pairi Daiza: Hao Hao bekam Zwillinge

Nach der Geburt des Riesenpandas Tian Bao am 2. Juni 2016 meldete der belgische Tierpark Pairi Daiza am Freitagmorgen weiteren Nachwuchs im Panda-Gehege. Im April hatte der Zoo angekündigt, dass der Riesenpanda Hao Hao (Foto) mit großer Wahrscheinlichkeit wieder erfolgreich besamt wurde. Jetzt wurde die äußerst seltsame Geburt eine Panda-Zwillingspaares angekündigt: ein Weibchen und ein Männchen.

Im April hatte der Tierpark noch wissen lassen, dass erst drei Wochen vor der Geburt wirklich feststehe, ob ein Babypanda schwanger ist oder nicht. Die Pandapfleger waren sich eigentlich nie ganz sicher, dass Hao Hao schwanger war, aber sie hatten einen Verdacht, und jetzt konnten sie endlich Verzug melden. Der Zoo hat bereits Bilder der winzigen Riesenpandas veröffentlicht.

 "Die Babys sind beide in guter Gesundheit, genau wie die Mutter", sagt Mathieu Goedefroy, Sprecher von Pairi Daiza. "Wir haben jetzt fünf Pandas hier. Und das ist sehr wichtig für die vom Aussterben bedrohten Riesenpandas. Für die Rettung der Spezies ist das eine gute Nachricht."

(Es geht weiter unter den beiden Fotos der Panda-Babys)

Begeistert

Während der Pressekonferenz im Zoo reagierte der chinesische Botschafter euphorisch auf die Geburt der Zwillinge. "Pandas sind unser Nationalschatz. Ich möchte dem Zoo gratulieren, hier wurde sehr gute  Arbeit geleistet. Es handelt sich um ein Männchen und ein Weibchen, was sehr selten ist. Und es ist auch die erste Geburt von Pandas in diesem Jahr außerhalb Chinas."

Auch der Direktor von  Pairi Daiza, Eric Domb, betont, wie "unglaublich" diese Geburt ist. Er sieht im Geburtsdatum, dem 8. August, ein Zeichen: "Symbole sind für die Chinesen sehr wichtig und der 8. August bedeutet großes Glück für die Chinesen. Vielleicht ist es ein Zufall, aber es ist wahrscheinlich ein Zeichen."

Gestern, Donnerstag, um 13:26 Uhr, wurde das erste Baby geboren

Der zoologische Direktor von  Pairi Daiza, Tim Bouts, sagte zur Geburt der Panda-Zwillinge: "Am Mittwoch sahen wir, dass sich die Hormone veränderten, und das bedeutete, die Geburt stand bevor. Wir hielten die ganze Nacht Wache. Und gestern, Donnerstag, um 13:26 Uhr, wurde das erste Baby geboren." Nach 1,5 Stunden brachten die Tierpfleger den Panda-Jungen zur tierärztlichen Untersuchung. "Da sahen wir, dass er ein schönes Männchen war. Er wog 160 Gramm."

Da Hao Hao sofort anfing, Bambus zu  fressen, dachten die Pfleger, es bliebe bei nur einem Baby. "Aber zwei Stunden später hörte sie plötzlich auf zu fressen und wir sahen einen kleinen rosa Kopf erscheinen. Das zweite Panda-Baby ist ein Weibchen."

Und wie geht’s weiter?

In der Wildnis überleben beide Panda-Zwillinge selten. In der Regel konzentriert sich das Muttertier auf ein Junges und das bedeutet für das Zweite meist den Tod. "Aber in Gefangenschaft haben wir die Möglichkeit, beide Panda überleben zu lassen", betont Bouts.

Deshalb wird eines der Babys immer im Inkubator – einem so genannten Brutkasten - gehalten. "Unsere Betreuer pumpen Hao Haos Milch ab und sorgen dafür, dass das Baby trinkt. Am ersten Tag blieb das Weibchen bei ihrer Mutter. Jetzt lassen wir Hao Hao eine Weile ruhen und die beiden Panda-Babys sind im Inkubator. In einem nächsten Schritt werden wir den Jungen mit Hao Hao zusammenbringen. Wir werden die Reihenfolge ständig ändern. Für die Panda-Babys ist es eigentlich das Beste aus beiden Welten: Sie werden von der Pflegekraft und dem Muttertier betreut."