Brüssel will bis 2030 rund 65.000 Parkplätze entlang öffentlicher Straßen streichen

Die neue Brüsseler Regionalregierung macht ernst und will die Zahl der Parkplätze am Straßenrand bis 2023 um 65.000 auf dann unter 200.000 Stellplätze reduzieren. Gleichzeitig sollen rund 20.000 neue Anwohnerplätze geschaffen werden und ebenso viele zusätzliche Park&Ride-Plätze für Pendler. Der „Good Move-Plan“ genannte Mobilitätsplan der Regionalregierung wird noch bis Herbst einer genauen Prüfung bzw. einer Machbarkeitsstudie unterzogen.

Der „Good Move-Plan“ genannte Mobilitätsplan der neuen Brüsseler Regionalregierung basiert auf dem Vorhaben der vorangegangenen Mehrheit in der Hauptstadt und sieht bis 2030 die Abschaffung von rund 65.000 Parkplätzen an den Straßenrändern vor. Gleichzeitig aber werden etwa 20.000 neue Parkplätze für Anwohner geschaffen, die sich z.B. an Unternehmens-, Schul-, Kaufhaus- oder anderen Parkplätzen befinden sollen, die nicht unbedingt rund um die Uhr genutzt werden.

Brüssels regionale Mobilitätsministerin Elke Van den Brandt von den flämischen Grünen (Groen - Foto unten) und ihre Regierung wollen die Hauptstadt-Region angenehmer und lebensfreundlicher gestalten und wollen deshalb in erster Linie Pärkplätze am Straßenrand abschaffen und durch andere Möglichkeiten ergänzen bzw. kompensieren. „Ziel ist, mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen, damit es angenehmer wird, in der Stadt zu leben.“, sagte die Ministerin gegenüber der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd und der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ.

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Elke Van den Brandt

Aushängeschilder des alten und neuen „Good Move-Plans“ für Brüssel im Brüsseler Koalitionsabkommen waren verkehrstechnisch gesehen die Ausweitung der Tempo-30-Zonen in der gesamten Region und der Bau einer neuen Metrolinie. Die mittelfristige Umgestaltung der Parkmöglichkeiten geschieht nach Ansicht von Mobilitätsministerin Van den Brandt auf Wunsch der Brüsseler Bürger und Wähler: „Wenn wir diesen Plan umsetzen wollen, dann muss die Parkplatzpolitik ein Stück weit zwingender werden.“

Gleichzeitig sollen auch bis zu 20.000 zusätzliche Park&Ride-Parkings geschaffen werden, die es noch mehr Pendlern ermöglichen, am Stadtrand auf Busse und Bahnen umzusteigen. Jetzt gilt es, so Van den Brandt, über einen konstruktiven Dialog die Brüsseler Gemeinden auf eine gemeinsame Linie zu kriegen. Derzeit wird der „Good Move-Plan“ geprüft, um ab Mitte Oktober in zweiter Lesung durch das Brüsseler Regionalparlament gebracht zu werden. Es kann demnach auch zu Änderungen und Anpassungen kommen. 

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