In Belgien steigt zum ersten Mal seit der Eurokrise die Kurzarbeit

Zum ersten Mal seit der Eurokrise im Zeitraum 2012 bis 2013 ist die Kurzarbeit in Belgien wieder angestiegen, wie aus den aktuellen Arbeitsmarktzahlen ersichtlich ist. Jahrelang sank diese Art der befristeten und vergüteten Arbeitslosigkeit in unserem Land, wo diese Regelung auch „technische Arbeitslosigkeit“ genannt wird.

Jahrelang war die Kurzarbeit in Belgien rückläufig, doch Ende letztes Jahr und im ersten Quartal des laufenden Jahren stiegen diese Zahlen wieder, wenn auch nur punktuell. Doch im zweiten Quartal 2019 stieg die Kurzarbeit hierzulande mit 8,8 % signifikant.

Kurzarbeit oder „technische Arbeitslosigkeit“ bedeutet, dass ein Unternehmen sein Personal oder Teile der Belegschaft zeitweise z.B. wegen Auftragsmangel vergütet nach Hause schickt. Unter bestimmten Umständen steuert hier auch das Arbeitsamt  Vergütungen bei.

Im zweiten Quartal dieses Jahres wurden auf diese Weise landesweit 866.163 Arbeitstage vergütet. Dieser Wert entspricht allerdings fast der niedrigsten Statistik aus dem Jahr 2007. 

Der Anstieg der Kurzarbeit ist ein guter Indikator für eine mögliche negative Entwicklung am Arbeitsmarkt.“

Edward Roosens, Chef-Volkswirt des belgischen Arbeitgeberverbandes VBO

Laut Edward Roosens, Chef-Volkswirt beim Unternehmerverband VBO, sind die Bereiche Kurzarbeit und Zeitarbeit in Belgien typische Indikatoren für den Arbeitsmarkt, nicht nur, wenn das Wirtschaftswachstum steigt, sondern auch, wenn es stagniert oder gar verschlechtert.

„Das Wachstum verlangsamt schon seit einiger Zeit und in Deutschland steht es schon fast still und das wiegt natürlich auch auf der wirtschaftlichen Aktivität in Belgien. Einige Betriebe haben mit Auftragsrückgängen zu kämpfen und dann ist die Kurzarbeit eine der ersten Maßnahmen, die ergriffen werden, um dieser Situation ein bisschen die Stirn zu bieten.“, so Roosens.