Erstes islamisches Opferfest in Flandern seit dem Verbot, nicht betäubtes Vieh zu schlachten

Die Moslems feiern an diesem Sonntag das Opferfest, eines der wichtigsten islamischen Feste. Die Gläubigen schlachten dabei nach ihrem religiösen Ritual Tiere und verspeisen diese im Familienkreis. Teile dieses Fleisches werden auch an Arme weitergegeben und auch an Nachbarn. Im belgischen Bundesland Flandern wird dieses Fest zum ersten Mal seit der Einführung des Gesetzes gegen das Schlachten von nicht betäubtem Vieh begangen.

Weltweit feiern die Moslems an diesem Sonntag den ersten Tag des Opferfestes, „Eid al Adha“ (Großes Fest) genannt. Dies ist eines der beiden wichtigsten Feste im Islam, neben dem Zuckerfest „Eid al Fitr“ (Kleines Fest), am Ende des Ramadan. Das Opferfest wird „Großes Fest“ genannt, weil es in den ersten Monat der Pilgerfahrt nach Mekka fällt.

Mit dem Opferfest gedenken die Moslems dem Propheten Ibrahim, der bereit dazu war, seinen Sohn im Auftrag Allahs zu opfern. Doch Allah hielt ihn im letzten Augenblick zurück und erlaubte ihm, einen Widder zu opfern. Seit dem werden am Opferfest Schafe, Lämmer oder Ziegen rituell geschlachtet und in der Gemeinschaft verspeist. Das Opferfest ist ein Familienfest und dauert drei Tage lang. Es ist in seiner Wichtigkeit mit dem Weihnachtsfest der Christen zu vergleichen. Die Moslems wünschen sich zu diesem Anlass gegenseitig „Eid Mubarak“, was so viel heißt wie „Gesegnetes Fest“.

Eid Mubarak“

In den flämischen Schlachthäusern bzw. an den für das Opferfest befristet eingerichteten Schlachtstandorten werden zum ersten Mal seit dem regionalen Verbot, die Opfertiere unbetäubt zu schlachten Techniken angewandt, mit denen die Tiere betäubt werden, z.B. mit einer Elektronarkose. In Wallonien tritt ein gleiches Gesetz ab dem 1. September 2019 in Kraft. In der Region Brüssel-Hauptstadt wird ein es kein solches gesetzlich geregeltes Verbot geben.  Gegen das Verbot des Schächtens in Flandern hatten moslemische und jüdische Interessenverbände vergeblich geklagt. 

Eigentlich wird in Belgien im Rahmen des Opferfestes immer weniger geschlachtet. Viele hier lebende Moslems spenden Geld oder machen mit Spenden möglich, dass Opfertiere bei Verwandten und Freunden in deren Heimat gekauft werden können. Da das Opferfest dieses Mal in die Sommerferien fällt, feiern viele belgische Moslems dieses Fest wohl in ihren Heimatländern.