Archivfoto Nicolas Maeterlinck

25.000 Teilnehmer bei der "Scheldesegnung" in Doel bei Antwerpen

Am Sonntag fand im Polderdorf Doel bei Antwerpen die 45. Ausgabe der „Scheldesegnung“ statt. Diese Veranstaltung war eine Zeit lang eine Symbolveranstaltung gegen den geplanten Abriss des Dorfes zum Ausbau des Antwerpener Hafens. Inzwischen ist das Vorhaben, Doel dem Hafenausbau weichen zu lassen, vom Tisch, doch die Veranstalter vom Protestkomitee Doel2020 bleiben aktiv: „Die Leute glauben, dass das Fortbestehen von Doel Fakt ist und die einzige mögliche Option bleibt.“

1975 fand die „Scheldesegnung“ zum ersten Mal als Protestveranstaltung gegen den drohenden Abriss des Dörfchens Doel und der Nutzung der umliegenden Polder als zukünftiges zusätzliches Hafenareal statt. Schon damals war der Widerstand groß und der Glaube an den Fortbestand der Gegend war fester Bestand der Aktionen von Bürgerinitiativen wie Doel2020.

Die Polder und das Polderdorf Doel sowie die dazugehörenden Deiche entstanden vor rund 400 Jahren. Die Ankündigung im Jahr 1975, dass die Umgebung dem Hafenausbau weichen müsse, kam damals wie heute nicht gut an. Im Laufe der Jahre wurden viele Gebäude und Grundstücke enteignet und so mancher Einwohner zog es vor, zu gehen und anderswo eine neue Zukunft aufzubauen.

Doch die zunehmend leerstehenden Häuser zogen Hausbesetzer an und der Widerstand gegen den Abriss des Dorfes nahm zu. Einige unerbittliche Bewohner leben noch heute dort, Seite an Seite mit den neuen Nachbarn. Inzwischen ist dort sogar nach vielen Jahren wieder ein Kind zur Welt gekommen.

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Ob die Tatsache, dass der Hafenausbau Doel nicht mehr braucht, wirklich Bestand haben wird, ist unklar. Die scheidende flämische Landesregierung verzichtete darauf und baut den Hafen an für die Hafenverwaltung günstigeren Orten aus.

Doch was ist, wenn eine neue Landesregierung anders denkt? Bei Doel2020 heißt es dazu, dass man die Vereinigung trotz des Namens nicht auflösen wird und dass man am Ball bleibe.

In Doel ist man zunächst froh darüber, dass das Dorf vorläufig bleibt und wieder eine Zukunft haben kann. Ob die Landesregierung dazu übergehen lässt, die enteigneten und nicht abgerissenen Häuser, Lokale und Geschäfte wieder zu verkaufen, bleibt abzuwarten. Interessenten stehen schon bereit. 

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